Flüchtlinge beschäftigen und ausbilden: Informationen für Betriebe

Foto: AMH

Die Integration von Flüchtlingen wird die gesellschaftspolitische Herausforderung der kommenden Jahre sein. Dabei kommt es vor allem darauf an, dass diese Menschen sich eine Zukunftsperspektive aufbauen können, indem sie einen Arbeitsplatz finden oder eine Ausbildung beginnen.

Die folgende Zusammenstellung gibt einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen, die bei der Beschäftigung oder Ausbildung von Flüchtlingen und Asylbewerbern zu beachten sind. Sie finden hier auch Informationen zum Serviceangebot der Handwerkskammer, aktuelle Meldungen und Merkblätter sowie eine Übersicht der Ausländerbehörden und Arbeitsagenturen in der Region.

Status von Flüchtlingen und Asylbewerbern
Flüchtlinge beschäftigen
Flüchtlinge ausbilden
Ausbildungsplätze für Flüchtlinge/Asylbewerber eintragen und finden:
Lehrstellen- und Praktikabörse
Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen
Ausländerbehörden und Arbeitsagenturen
Aktuelle Meldungen
Merkblätter, Broschüren und Informationsangebote im Internet
Ansprechpartner

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Status von Flüchtlingen und Asylbewerbern

Das Asylverfahren wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) durchgeführt. Im Anschluss daran erteilt die zuständige Ausländerbehörde einen Aufenthaltstitel.

  • Aufenthaltsgestattung: Asylbewerber, deren Verfahren noch nicht abgeschlossen ist.
  • Aufenthaltserlaubnis: Personen, über deren Asylantrag positiv entschieden wurde.
  • Duldung: Asylbewerber, deren Antrag in der Regel abgelehnt worden ist, die aber beispielsweise aus humanitären Gründen nicht abgeschoben werden. In diesen Fällen erteilt die Ausländerbehörde eine "Bescheinigung über die Aussetzung einer Abschiebung", eine sogenannte  Duldung.

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

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Flüchtlinge und Asylbewerber beschäftigen

Anerkannte Asylanten mit einer Aufenthaltserlaubnis haben freien Zugang zum Arbeitsmarkt. Personen mit Aufenthaltsgestattung und Geduldete unterliegen folgenden Regeln:

  • Eine Erwerbstätigkeit darf erstmals nach einem dreimonatigen gestatteten Aufenthalt in Deutschland aufgenommen werden,
  • bedarf der Erlaubnis durch die Ausländerbehörde und
  • der Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit. Die Behörde prüft nach zwei Kriterien: ob die Stelle nicht durch einen Deutschen, EU-Staatsbürger oder Ausländer mit unbefristeter Aufenthaltserlaubnis besetzt werden kann (Vorrangprüfung) und dass gleichwertige Arbeitsbedingungen vorliegen (Arbeitsmarktprüfung).

Nach einem ununterbrochenen Aufenthalt von 15 Monaten in Deutschland entfällt die Vorrangprüfung. Nach vier Jahren Aufenthalt muss die Bundesagentur für Arbeit nicht mehr beteiligt werden.

Besondere Regeln gelten für Hochschulabsolventen und Fachkräfte, die eine anerkannte Ausbildung in so genannten Engpassberufen mitbringen (Blaue Karte der Europäischen Union, Positivliste der Bundesagentur). Sie erhalten die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit ohne vorhergehende Vorrangprüfung. Bei Hochschulabsolventen, die mindestens 48.800 Euro pro Jahr verdienen, entfällt die Zustimmungspflicht der Bundesagentur vollständig.

Wie erkennt ein Arbeitgeber den Status des Bewerbers?

Personen mit einer Aufenthaltsgestattung oder mit einem Duldungsstatus verfügen über entsprechende Dokumente der Ausländerbehörde. In diese Papiere kann eine so genannte Nebenbestimmung eingetragen werden, die über die Möglichkeiten der Erwerbstätigkeit informiert.

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Flüchtlinge und Asylbewerber ausbilden

Eine schulische Ausbildung ist jederzeit ohne Genehmigung der Ausländerbehörde möglich. Für duale Ausbildungen gelten folgende Regeln:

  • Asylsuchende dürfen ab dem 4. Monat eine betriebliche Ausbildung beginnen.
  • Für Geduldete gelten keine Wartefristen. Sie können mit Erteilung der Duldung eine betriebliche Ausbildung aufnehmen.
  • Die Ausbildung muss vor Vollendung des 21. Lebensjahres aufgenommen werden, und der Auszubildende darf nicht aus einem sicheren Herkunftsland stammen.
  • In jedem Fall muss zuvor eine Beschäftigungserlaubnis der Ausländerbehörde für den konkreten Ausbildungsplatz beantragt werden.
  • Für die Aufnahme einer Ausbildung kann die Ausländerbehörde eine Duldung erteilen. Wichtig: Die Duldung ist auf ein Jahr befristet und muss während der Dauer des Ausbildungsverhältnisses jeweils neu beantragt werden.

Die Bundesregierung will die Hürden für Asylbewerber abbauen und Ausbildungsbetrieben mehr Planungssicherheit geben. Flüchtlinge und Asylbewerber, die eine Ausbildung beginnen, sollen – unabhängig vom Ausgang des Asylverfahrens – ein Bleiberecht für die Dauer der Ausbildung und die darauffolgenden zwei Jahre genießen. Außerdem soll die Altersgrenze heraufgesetzt werden. Eine Ausbildung kann demnach bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres aufgenommen werden.

Die Beschlüsse vom Januar 2016 sollen in einem Integrationsgesetz umgesetzt werden.

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Praktikums- und Ausbildungsplätze finden

Damit Betriebe und Flüchtlinge, die einen Handwerksberuf erlernen wollen, zusammenkommen, hat die Handwerkskammer Reutlingen eine Online-Börse aufgebaut, in der auch Ausbildungsplätze für Flüchtlinge/Asylbewerber aufgeführt werden.

Lehrstellen- und Praktikumsbörse:
Hier können Sie freie Lehrstellen und Praktika eintragen und finden

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Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

Im Ausland erworbene Abschlüsse entsprechen nicht unbedingt den deutschen Standards. Nach dem Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz kann der ausländische Bildungsabschluss auf Antrag überprüft und – wenn ein hoher Grad an Übereinstimmung mit einer deutschen Qualifikation nachgewiesen werden kann - die Gleichwertigkeit festgestellt werden. Die Handwerkskammer Reutlingen ist zuständig für Anerkennung von handwerklichen Berufsabschlüssen in den fünf Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und Zollernalb.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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Aktuelle Meldungen

17. Mai 2016

Zwischenbilanz: Nur wenige Bewerbungen von Flüchtlingen

„Trotz 700 freier Lehrstellen für Flüchtlinge oder Asylbewerber sind bislang nur 25 Bewerbungen bei Handwerksbetrieben in der Region eingegangen“, berichtet Harald Herrmann, Präsident der Handwerkskammer Reutlingen....mehr

05. April 2016

Operation Gesellenbrief

Yasir Saeed ist im Herbst 2012 gemeinsam mit seiner Freundin in Deutschland angekommen. Seit eineinhalb Jahren arbeitet der Asylbewerber bei der Firma Schnitzer in Mössingen. Das funktioniert so gut, dass nun gemeinsam...mehr

10. März 2016

650 freie Lehrstellen für Flüchtlinge

Die Handwerksbetriebe im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen – also in den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Tübingen, Sigmaringen und Zollernalb – bieten 650 freie Lehrstellen und 450 Praktikumsplätze für...mehr

01. März 2016

„Sympathisch, freundlich und geschickt“

2015 war ein erfolgreiches Jahr für Ousmane Diallo: ein eigenes Zimmer bezogen, den Hauptschulabschluss geschafft, im September dann der Start in die Ausbildung zum Elektroniker. „Ich bin in Freudenstadt angekommen“,...mehr

08. Januar 2016

Herr Atif beginnt von vorn

In seiner Heimat Pakistan arbeitete er bereits bei Porsche und Audi und brachte es zum Assistant Service Manager. Das war in Karatschi und vor seiner Flucht. Heute drückt Muhammad Ahsan Atif wieder die Schulbank. Im...mehr

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Ansprechpartner


Neth, Rainer
Ass. jur.
Stellvertretender Hauptgeschäftsführer
Handwerkskammer Reutlingen
Hindenburgstraße 58
72762 Reutlingen
Telefon 07121 2412-210
Telefax 07121 2412-421
E-Mail rainer.neth(at)hwk-reutlingen.de


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