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Die Imagekampagne des deutschen Handwerks

Seit Januar 2010 positioniert sich das Handwerk mit einer aufwändigen Imagekampagne neu. Im Internet, auf Plakaten und Veranstaltungen sowie in Tageszeitungen und einem Kino- und Fernsehspot werden Vielfalt und Bedeutung der handwerklichen Berufe für unser Alltagsleben dargestellt. Insbesondere jungen Menschen soll die Kampagne vermitteln: Dieser Wirtschaftszweig ist zeitgemäß und viel moderner als Sie glauben. Zudem wird stets daran erinnert, welch starker Motor für die deutsche Wirtschaft die fast eine Million Handwerksbetriebe sind.

Neuer Werbefilm zeigt das Unvorstellbare: eine Welt ohne Handwerk

Ein TV-Spot zeigt ab Januar 2010, wie unsere Welt ohne Handwerk aussehen würde. Der Werbefilm markiert den Auftakt für eine groß angelegte Imagekampagne des Handwerks.

Das Handwerk durchdringt alle Lebensbereiche. Fünf Millionen Handwerker legen in Deutschland Tag für Tag Hand an: Sie installieren, reparieren und konstruieren – um nur einige ihrer Aufgaben zu nennen. Handwerker gestalten die Welt, wie wir sie kennen. Aber wie würde das Leben wohl ohne ihre Fertigkeiten aussehen? Dieser faszinierenden Frage geht ab Januar 2010 ein technisch aufwändiger Werbefilm nach. Der packende TV-Spot ist Teil einer groß angelegten Werbekampagne, die die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks und die rasante Entwicklung seiner Berufe in der Öffentlichkeit deutlicher herausstellen möchte.

Der Engländer Peter Thwaites übernimmt die Regie des Spots. Der renommierte Absolvent der National Film School ist seit zehn Jahren erfolgreich als Werbefilmer tätig. Mit Thwaites konnte einer der derzeit international gefragtesten Regisseure für das Projekt gewonnen werden, der insbesondere für seinen besonderen Umgang mit Lichteffekten bekannt ist. Für seine aufwändigen Arbeiten erhielt der Engländer in der Vergangenheit bereits zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben.

Das Casting für den Spot fand Ende August in Berlin statt. Die Dreharbeiten beginnen Mitte September und sollen in der Bundeshauptstadt sowie im Berliner Umland stattfinden. Zu den Inhalten des Werbefilms sagte Dominik Thesing, Geschäftführer bei der verantwortlichen Kommunikationsagentur Scholz & Friends: „Der Spot macht deutlich, dass die heutige Zivilisation ohne die Leistungen und Innovationen des Handwerks nicht wiederzuerkennen wäre. Wir wollen insbesondere jungen Menschen zeigen, wie vielfältig das Handwerk ist und wie viel die Männer und Frauen in den 140 handwerklichen Ausbildungsberufen leisten.“

Für die Produktion beziehungsweise Nachbearbeitung des Films zeichnen das Hamburger Büro der internationalen Produktionsfirma „Czar“ und das in London ansässige Unternehmen „The Mill“ verantwortlich. Die Fertigstellung ist für Dezember zugesagt.

Im Laufe des Januar 2010 wird der Spot dann bundesweit in Kinos beziehungsweise im Fernsehen zu sehen sein – und zusätzliche Aufmerksamkeit auf das Thema Handwerk lenken. Mit der Imagekampagne reagieren die Handwerksorganisationen unter anderem auf die Ergebnisse einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2008. Diese hatte ergeben, dass insbesondere junge Menschen nur wenig über die Realität in den Handwerksberufen wissen und Anspruch und Aufgaben falsch einschätzen.

Die neue Imagekampagne ist auf mehrere Jahre angelegt. Im Jahr 2010 soll die Kampagne vor allem die Bandbreite der Branche darstellen und aufzeigen, welche Rolle das Handwerk im Alltag spielt. Mit Hilfe von zahlreichen Kommunikationsmaßnahmen soll in den Folgejahren die Bedeutung des Handwerks für den Wirtschaftsstandort Deutschland herausgestellt werden – als moderne und innovative Wirtschaftskraft und damit als zukunftsträchtiger Ausbilder und Arbeitgeber. 

Die Nachwuchswerbekampagne handwerks-power.de

Ein Motiv der Kampagne handwerks-power.de.

Die Kampagne handwerks-power.de
Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) hat bereits 2003 gemeinsam mit den acht Handwerkskammern im Land eine groß angelegte Informations- und Imagekampagne ins Leben gerufen.

Hintergrund der Kampagne ist, dass es für das Handwerk immer schwieriger wird, geeignete Lehrlinge zu finden, und die vielfältigen Ausbildungs- und Karrierechancen von Jugendlichen nicht erkannt werden.

Zwar ist die Ausbildungsleistung des Handwerks traditionell hoch: So befanden sich Ende 2003 in Baden-Württemberg 56.000 junge Menschen in einer handwerklichen Ausbildung, was etwa einem Drittel aller bestehenden Ausbildungsverhältnisse entspricht.

Doch die technologische Weiterentwicklung und die strukturellen Veränderungen in der Wirtschaft führen im Handwerk zu erhöhten Anforderungen in der beruflichen Bildung. Einfachere Tätigkeiten gehen zurück, die Nachfrage nach höheren Qualifikationen steigt, die Kundenorientierung wird immer wichtiger, und neben fachlichem Können gewinnen auch soziale Kompetenzen zunehmend an Bedeutung.

Immer wieder kommt es vor, dass Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Die Kampagne möchte mit Informationen an Schüler, Eltern, Betriebe und Lehrer auf die Chancenvielfalt im Handwerk aufmerksam machen und über Ausbildungs- und Aufstiegschancen informieren.

Finanziert wurde die Kampagne von den acht Kammern sowie aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg und des Europäischen Sozialfonds.

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