13. Januar 2016

Handwerker finden mehr Auszubildende

Die Handwerksbetriebe in der Region konnten im vergangenen Jahr erneut mehr Ausbildungsplätze besetzen. Bis zum 31. Dezember 2015 wurden 2.107 Neuverträge bei der Handwerkskammer Reutlingen eingetragen – der positive Trend der Jahre 2013 und 2014 konnte mit einer Steigerung von 2,6 Prozent noch einmal übertroffen werden.

Lupe

Dr. Joachim Eisert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, freut sich über diesen positiven Jahresabschluss. „Die Ausbildungsbetriebe haben sich in einem schärfer werdenden Wettbewerb behauptet.“ Dennoch seien auch in diesem Jahr quer durch alle Berufe zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben.

Eine Ursache sieht Eisert im anhaltenden Trend zu höheren schulischen Abschlüssen. „Wer als Jugendlicher die Wahl hat, entscheidet sich häufig dafür, länger zur Schule zu gehen. Das ist insofern sehr bedauerlich, weil viele Jugendliche – und deren Eltern – die Karrieremöglichkeiten einer dualen Ausbildung gar nicht kennen.“ Diese Entwicklung mache es Betrieben auch in Zeiten einer guten Konjunktur schwieriger, die dringend gesuchten Nachwuchskräfte zu gewinnen.

Rund 40 Prozent aller neuen Auszubildenden lernen einen Metall- und Elektroberuf. 822 (Vorjahr: 750) Frauen und Männer haben eine Lehre zum Elektroinstallateur, Kfz-Mechatroniker oder Metallbauer begonnen. Mit einem Plus von 9,9 Prozent fällt der Zuwachs in diesem Bereich überdurchschnittlich hoch aus.
Anders sieht es im Bau- und Ausbaugewerbe aus. Die Kammerstatistik weist für den zahlenmäßig zweitwichtigsten Ausbildungsbereich ein Minus von 2 Prozent aus. Nach 500 Neuverträgen im Vorjahr wurden heuer 490 Ausbildungsverträge abgeschlossen.

Regionaldaten

Die Bilanz in den einzelnen Landkreisen des Kammerbezirks fällt uneinheitlich aus. Während die Betriebe in den Kreisen Freudenstadt, Reutlingen und Sigmaringen im Vergleich zum Vorjahr mehr Ausbildungsverträge schließen konnten, werden für die Landkreise Tübingen (minus 0,9 Prozent) und Zollern-Alb (minus 1,2 Prozent) Rückgänge verzeichnet.

Vor allem die Elektro- und Metallbetriebe im Landkreis Freudenstadt, die fast die Hälfte aller Ausbildungsstellen im Landkreis stellen, haben deutlich zugelegt. Während 2014 noch 90 Neuverträge gemeldet wurden, waren es in den vergangenen zwölf Monaten 122 Neuverträge (plus 35,6 Prozent). Im Landkreis wurden insgesamt 257 neue Ausbildungsverhältnisse geschlossen (2014: 232).

Im Kreis Sigmaringen wurden 338 (Vorjahr: 327) und im Zollernalb-Kreis 406 (Vorjahr: 411) neue Ausbildungsverträge geschlossen. Wiederum verzeichnen die Elektro- und Metallbetriebe, die rund ein Drittel aller Ausbildungsplätze in diesen beiden Landkreisen stellen, hohe Zuwachsraten. 11,3 Prozent beträgt der Zuwachs im Landkreis Zollernalb, im Kreis Sigmaringen sind es sogar 16,3 Prozent. Weniger Neuverträge gab es im Bau- und Ausbau-Handwerk, in den Gesundheitsgewerken und in den kaufmännischen Berufen.

Im Landkreis Reutlingen wurden 682 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, 424 waren es im Landkreis Tübingen. Während der Landkreis Reutlingen ein Plus von 4,0 Prozent verzeichnet, meldet die Kammer für den Landkreis Tübingen ein Minus von 0,9 Prozent. Neben dem Bau- und Ausbauhandwerk (plus 10,4 Prozent) konnten auch die Gesundheitshandwerker (plus 13,1 Prozent) im Landkreis Reutlingen mehr Ausbildungsplätze besetzen.

Internet Lehrstellenbörse

Eine wichtige Adresse für Bewerber ist die Online-Lehrstellenbörse der Handwerkskammer. „Wir schreiben viermal im Jahr alle Betriebe an und fragen die offenen Lehrstellen ab, um das Angebot aktuell zu halten“, erklärt Eisert. Die ausgeschriebenen Ausbildungsplätze für die Jahre 2016 und 2017 werden in Kürze unter www.hwk-reutlingen.de/ausbildung abrufbar sein. Dort sind auch Informationen zu den mehr als 130 Ausbildungsberufen im Handwerk und Tipps zur Berufswahl zu finden.

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