10. Februar 2016

Bayerischer Staatspreis für Nadine Wiedmaier

Nadine Wiedmaier aus Glatten ist Fleischerin. Mit der Note 1,1 legte sie im vergangenen Jahr die beste Gesellenprüfung aller Handwerkslehrlinge im Landkreis Freudenstadt ab.

Lupe
Nadine Widmaier im Metzgerei-Fachgeschäft Ihrer Eltern in Glatten. Foto: Schwark

Bei der Lehrabschlussfeier der Kreishandwerkerschaft erhielt Nadine Wiedmaier den Sparkassenförderkreis der Kreissparkasse Freudenstadt. Die Prämie von 500 Euro, die zur Weiterbildung verwendet werden sollte, legte die 25-Jährige gut an. Im September begann sie in Augsburg mit einem Meisterkurs, den sie nach 13 Wochen mit der Traumnote 1,0 abschloss.

Bei dem "Turbokurs" in Augsburg war intensives Pauken angesagt. Selbst nach Feierabend lernte sie bis in den späten Abend hinein konzentriert auf dem Zimmer weiter. Neben fachtheoretischen Kenntnissen stand die Betriebs – und Buchführung an. Ebenfalls Bestandteil der Ausbildung waren Berufs- und Arbeitspädagogik.

Im praktischen Teil musste die junge Frau unter anderem verschiedene Wurstsorten herstellen. In Augsburg schnitt die Glattenerin unter 46 Kollegen, darunter zwei weitere Frauen, mit dem besten Ergebnis aller Teilnehmer ab. Aus ganz Deutschland waren die Fleischer nach Bayern gereist.

Zukunft im elterlichen Betrieb

Für ihre Note erhielt die Schwarzwälderin den Bayerischen Staatspreis. "Der wird für einen Abschluss zwischen 1,0 und 2,0 vergeben", berichtet Wiedmaier, die in der Metzgerei ihrer Eltern arbeitet. Im Jahr 2007 startete Nadine Wiedmaier ihren Berufsweg in einem ganz anderen Beruf. Nach ihrem Realschulabschluss in Dornstetten erlernte sie den Beruf der medizinischen Fachangestellten, in dem sie nach der erfolgreichen Ausbildung zwei Jahre lang tätig war. "Er hat mir Freude bereitet, aber ich entschloss mich dann doch, im elterlichen Betrieb einzusteigen", schildert die Fleischermeisterin.

Im Sommer 2012 begann der neue berufliche Weg. Vor dem Beginn der Lehre im September half sie bereits bei der Produktion von Fleisch- und Wurstwaren mit. Durch ihren Realschulabschluss und der vorausgegangenen Lehre verkürzte sich die Ausbildung auf zwei Jahre. Die Berufsschule besuchte Nadine Wiedmaier in Horb. Der Beruf Fleischer besteht nicht nur aus dem Schlachten. Man ist ebenso in die Wurstproduktion, das Herrichten von diversen Fleischteilen, oder das Herstellen von Convenience-Produkten (Küchenfertige Waren) eingebunden. Einen Teil ihrer Lehrzeit verbrachte Nadine Wiedmaier im Glattener Ladengeschäft. Dort werden unter anderem auch Mittagessen und einen Partyservice. hergerichtet.

Die junge Fleischermeisterin bedauert es, dass sich immer weniger Jugendliche für einen Handwerksberuf entscheiden. Ihrer Ansicht nach bietet das Handwerk vielfältige Möglichkeiten und Chancen sich weiterzuentwickeln, um selbst bis in Führungspositionen aufzusteigen. So sind deutsche Fleischermeister und Fachverkäuferinnen weltweit gesucht.

Die Eltern Uwe und Bettina Wiedmaier freuen sich, dass ihre Tochter so engagiert in den Betrieb eingestiegen ist. In Zukunft will Nadine Wiedmaier mit Bruder Ralf den Betrieb übernehmen um in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten.

Ihre Freizeit verbringt sie gerne mit Hund Jack. Auch der Fußball hat es ihr angetan. Seit 15 Jahren spielt sie beim SV Glatten. Ausruhen ist nach der Meisterprüfung nicht angesagt: Ab April peilt Nadine Wiedmaier die berufliche Weiterbildung zum Betriebswirt des Handwerks, abermals in der Fleischerschule in Augsburg, an. Lothar Schwark


ZurückNach oben

Termine

  Hilfe  l  Impressum  l  Kontakt  l