Ausbildungsprämie


Ausbildungsberufe im Handwerk: Tischler/Schreiner, Foto: AMH

Foto: AMH 

Finanzielle Hilfe für Ausbildungsbetriebe

Das Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 499 Beschäftigten, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen durchführen. Gefördert werden neben neuen auch bereits bestehende Ausbildungsverhältnisse. Praktika sind hingegen von der Förderung ausgeschlossen.

Die Hilfen setzen voraus, dass ein Unternehmen in erheblichem Ausmaß von der Corona-Krise betroffen ist, etwa durch Umsatzeinbußen oder Kurzarbeit. Welche Voraussetzungen jeweils erfüllt sein müssen, erfahren Sie im Abschnitt "Prämien und Zuschüsse im Überblick" weiter unten auf dieser Seite.

Die Maßnahmen sind zeitlich befristet. Die Übernahmeprämie ist bis Ende 2021 verfügbar.

Ein wichtiger Fördergrundsatz: Pro Ausbildung wird nur eine Prämie gezahlt. Die einzelnen Maßnahmen sind weder kumulierbar noch kombinierbar mit anderen Bundes- und Landesprogrammen zur Sicherung von Ausbildungsplätzen.

Hinweis für Antragsteller

Mit der Abwicklung des Programms sind die Arbeitsagenturen beauftragt.

Das federführende Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat mitgeteilt, dass auch Ausbildungen gefördert werden, für die der Ausbildungsvertrag bereits vor Inkrafttreten der Förderrichtlinie abgeschlossen worden ist.

Mit anderen Worten: Gefördert werden grundsätzlich alle im Maßnahmenkatalog aufgeführten Ausbildungen, die in den Jahren 2020 und 2021 begonnen werden. Auf den Zeitpunkt des Vertragsschlusses kommt es dabei nicht an.
 

Wie die Zahl der Altverträge berechnet wird

Die Ausbildungsprämie kann beantragen, wer im „selben Umfang“ ausbildet oder mehr Ausbildungsplätze besetzt. Maßstab ist der Durchschnitt der drei Vorjahre. In die Berechnung gehen allerdings lediglich diejenigen Verträge ein, die über die Probezeit bestanden haben. Diese Abgrenzung ist wichtig, um Betriebe, die einen Ausbildungsplatz nach einer Kündigung in der Probezeit neu besetzen und damit zwei Verträge geschlossen haben, nicht zu benachteiligen.

Ab 1. Juni 2021 kann zur Berechnung des Ausbildungsniveaus entweder der Durchschnitt der drei Vorjahre oder die Summe der Neuverträge im selben Zeitraum herangezogen werden.

Antrag stellen

Weitere Informationen zum Programm, die Antragsformulare und Ausfüllhinweise gibt es auf den Internetseiten der Bundesagentur für Arbeit

 Bundesprogramm "Ausbildung sichern"

Prämien und Zuschüsse im Überblick

Ausbildungsprämie

Zahl der Ausbildungsplätze wird beibehalten

Unternehmen, die im selben Umfang wie in den drei Vorjahren ausbilden, werden mit einer Ausbildungsprämie gefördert. Sie erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020/2021 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 4.000 Euro. Die Prämie wird nach Abschluss der Probezeit ausgezahlt.

Ausbildungsprämie Plus

Zahl der Ausbildungsplätze wird erhöht

Wer seine Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöht, erhält einen Bonus auf die Ausbildungsprämie. Für jeden zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag gibt es einmalig 6.000 Euro. Auch diese Prämie wird nach Abschluss der Probezeit ausgezahlt.

Wer kann die Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen, die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Davon ist auszugehen, wenn im Zeitraum von April bis Dezember 2020 in einem Monat der Umsatz um mindestens 30 Prozent eingebrochen ist oder sich das Unternehmen einen Monat in Kurzarbeit befand. Der Ausbildungsbeginn muss zwischen dem 1. Juni 2021 und dem 15. Februar 2022 liegen.

Das Ausbildungsverhältnis muss über die Probezeit hinweg fortbestehen. Unser Tipp: Antrag trotzdem bereits jetzt stellen und die Erklärung über die bestandene Probezeit nachreichen.

Zuschuss zur Vermeidung von Kurzarbeit

Unternehmen, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mindestens 50 Prozent) ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, erhalten einen Zuschuss von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat, in dem dies der Fall ist.

Update März 2021: Künftig können auch Zuschüsse zur Vergütung der Ausbilder gezahlt werden.

Wer kann die Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen, die Kurzarbeitergeld von der Agentur für Arbeit bezogen haben und ihre laufenden Ausbildungsaktivitäten trotz relevantem Arbeitsausfall fortsetzen und Auszubildende sowie deren Ausbilder trotz erheblichem Arbeitsausfall nicht in Kurzarbeit bringen. Erforderlich ist ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb.

Auftrags- und Verbundausbildung

Unternehmen, die zeitlich befristet einen Auszubildenden übernehmen, werden gefördert. Voraussetzung ist, dass der Geschäftsbetrieb des ursprünglichen Ausbildungsbetriebs vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen betroffen ist.

Die Mindestlaufzeit beträgt vier Wochen. Die maximale Förderung beträgt 8.100 Euro. Der tatsächliche Betrag bemisst sich nach der Laufzeit.

Wer kann die Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind Unternehmen, die Auszubildende aus anderen kleinen und mittleren Unternehmen im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens vier Wochen im eigenen Betrieb ausbilden und über die hierfür notwendige Ausbildungseignung verfügen. Ebenso kann auch der Stammausbildungsbetrieb statt des Interimsbetriebs die Förderung erhalten.

Übernahmeprämie

Betriebe, die Auszubildende aus Corona-bedingt insolventen Unternehmen übernehmen und den Abschluss der Ausbildung ermöglichen, erhalten eine Prämie von 6.000 Euro je Auszubildenden.

Wer kann die Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen, die unabhängig von der Betriebsgröße 

  • Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen Unternehmen oder
  • von Kündigung bzw. durch einen einvernehmlichen Auflösungsvertrag, weil dem Ausbildungsbetrieb die Fortführung der Ausbildung wegen der Corona-Krise nicht mehr möglich ist, betroffene Auszubildende

im Zeitraum vom 1. August 2020 bis zum 31. Dezember 2021 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen.

Sonderzuschuss für Kleinstunternehmen

Der Pauschalzuschuss in Höhe von 1.000 Euro richtet sich an kleine Ausbildungsbetriebe, die während des zweiten Lockdowns ihre Geschäftstätigkeit weitgehend einstellen mussten.

Wer kann die Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind Betriebe mit bis zu vier Beschäftigen, die ihre Geschäftstätigkeit während des zweiten Lockdown weitgehend einstellen mussten. Die Ausbildung muss mindestens 30 Tage fortgesetzt worden sein.

Zuschuss für Prüfungsvorbereitung

Die Kosten für externe Vorbereitungskurse auf die Abschlussprüfung können zur Hälfte gefördert werden. Der maximale Zuschuss beträgt 500 Euro.

Wer kann die Förderung beantragen?

Anträge können von Unternehmen aller Größen gestellt werden, die von der Pandemie betroffen sind.

Ansprechpartner

Goller, Karl-Heinz

07121 2412-261

 

Nowottny, Christiane

07121 2412-210