Ausbildungsprämie


Ausbildungsberufe im Handwerk: Tischler/Schreiner, Foto: AMH

Foto: AMH 

Update der Förderregeln zum 11. Dezember 2020

Der Bund hat die Förderrichtlinie zur Ausbildungsprämie überarbeitet. Die Änderungen, die zum 11. Dezember 2020 in Kraft getreten sind, gelten rückwirkend.

  • Anträge können also auch für bereits bestehende Ausbildungsverhältnisse gestellt werden, die bisher nicht förderfähig gewesen sind, nun aber von den geänderten Voraussetzungen erfasst werden.
  • Das gilt auch, wenn ein vorheriger Antrag aus eben diesen Gründen abgelehnt worden ist. Hier ist es für Arbeitgeber erforderlich, einen neuen Antrag mit allen dazugehörigen Unterlagen (z.B. Bescheinigung der Kammer, De-minimis-Erklärung) zu stellen.
  • Der Antrag ist innerhalb von drei Monaten nach dem 11. Dezember 2020 oder − wenn die Probezeit erst nach diesem Tag abläuft − dem erfolgreichen Abschluss der Probezeit des jeweiligen Ausbildungsverhältnisses zu stellen.

Finanzielle Hilfe für Ausbildungsbetriebe

Die Bundesregierung hat das Programm „Ausbildungsplätze sichern“ aufgelegt, das Prämien und Zuschüsse für Ausbildungsbetriebe vorsieht. Wir stellen die Maßnahmen vor.

Das Bundesprogramm richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits-und Sozialwesen durchführen. Praktika sind von der Förderung ausgeschlossen.

Die Hilfen setzen voraus, dass ein Unternehmen in erheblichem Ausmaß von der Corona-Krise betroffen ist, etwas durch Umsatzeinbußen oder Kurzarbeit. Welche Voraussetzungen jeweils erfüllt sein müssen, erfahren Sie im Abschnitt "Prämien und Zuschüsse im Überblick" weiter unten auf dieser Seite.

Die Maßnahmen sind zeitlich befristet. Gefördert werden neu abgeschlossener Ausbildungsverträge im Ausbildungsjahr 2020/2021. Der Zuschuss zur Vermeidung von Kurzarbeit ist bis zum 31. Dezember 2020 befristet.

Ein wichtiger Fördergrundsatz: Pro Ausbildung wird nur eine Prämie gezahlt. Die einzelnen Maßnahmen sind weder kumulierbar noch kombinierbar mit anderen Bundes- und Landesprogrammen zur Sicherung von Ausbildungsplätzen.

Hinweis für Antragsteller

Mit der Abwicklung des Programms sind die Arbeitsagenturen beauftragt.

Das federführende Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat mitgeteilt, dass auch Ausbildungen gefördert werden, für die der Ausbildungsvertrag bereits vor Inkrafttreten der Förderrichtlinie abgeschlossen worden ist.

Mit anderen Worten: Gefördert werden grundsätzlich alle im Maßnahmenkatalog aufgeführten Ausbildungen, die in den Jahren 2020 und 2021 begonnen werden. Auf den Zeitpunkt des Vertragsschlusses kommt es dabei nicht an.
 

Wie die Zahl der Altverträge berechnet wird

Die Ausbildungsprämie kann beantragen, wer im „selben Umfang“ ausbildet oder mehr Ausbildungsplätze besetzt. Maßstab sind jeweils die drei Vorjahre. In die Berechnung gehen allerdings lediglich diejenigen Verträge ein, die über die Probezeit bestanden haben. Diese Abgrenzung ist wichtig, um Betriebe, die einen Ausbildungsplatz nach einer Kündigung in der Probezeit neu besetzen und damit zwei Verträge geschlossen haben, nicht zu benachteiligen.

Antrag stellen

Weitere Informationen zum Programm, die Antragsformulare und Ausfüllhinweise gibt es auf den Internetseiten der Bundesagentur für Arbeit

 Bundesprogramm "Ausbildung sichern"

Prämien und Zuschüsse im Überblick

Ausbildungsprämie

Zahl der Ausbildungsplätze wird beibehalten

Unternehmen, die im selben Umfang wie in den drei Vorjahren ausbilden, werden mit einer Ausbildungsprämie gefördert. Sie erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 2.000 Euro. Die Prämie wird nach Abschluss der Probezeit ausgezahlt.

Ausbildungsprämie Plus

Zahl der Ausbildungsplätze wird erhöht

Wer seine Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöht, erhält einen Bonus auf die Ausbildungsprämie. Für jeden zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag gibt es einmalig 3.000 Euro. Auch diese Prämie wird nach Abschluss der Probezeit ausgezahlt.

Wer kann die Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen, die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Davon ist auszugehen, wenn im Zeitraum von April bis Dezember 2020 in zwei zusammenhängenden Monaten ein Umsatzeinbruch von durchschnittlich mindestens 50 Prozent oder in fünf zusammenhängenden Monaten von durchschnittlich mindestens 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet wurde (bisher: durchschnittlich mindestens 60% in April und Mai 2020 gegenüber dem Vorjahr) oder im 1. oder 2. Halbjahr 2020 wenigstens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt (bisher: nur 1. Halbjahr 2020) wurde.

Weitere Bedingungen

  • Das Ausbildungsverhältnis beginnt frühestens am 24. Juni 2020 (bisher: 1. August 2020) und spätestens am 15. Februar 2021
  • Das Ausbildungsverhältnis muss über die Probezeit hinweg fortbestehen. Unser Tipp: Antrag trotzdem bereits jetzt stellen und die Erklärung über die bestandene Probezeit nachreichen.

Zuschuss zur Vermeidung von Kurzarbeit

Zuschuss zur Vermeidung von Kurzarbeit Unternehmen, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mindestens 50 Prozent) ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, erhalten einen Zuschuss von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat, in dem dies der Fall ist.

Wer kann die Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen, die ihre laufenden Ausbildungsaktivitäten trotz der Belastungen durch die COVID-19-Krise fortsetzen und Auszubildende sowie deren Ausbilder trotz erheblichem Arbeitsausfall nicht in Kurzarbeit bringen. Erforderlich ist ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb.

Auftrags- und Verbundausbildung

Unternehmen, die zeitlich befristet einen Auszubildenden übernehmen, werden gefördert. Voraussetzung ist, dass der Geschäftsbetrieb des ursprünglichen Ausbildungsbetriebs vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen betroffen ist.

Wer kann die Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen, die Auszubildende aus anderen KMU im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate im eigenen Betrieb ausbilden und über die hierfür notwendige Ausbildungseignung verfügen.

Übernahmeprämie

Betriebe, die Auszubildende aus Corona-bedingt insolventen Unternehmen übernehmen und den Abschluss der Ausbildung ermöglichen, erhalten eine Prämie von 3.000 Euro je Auszubildenden.

Wer kann die Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen, die unabhängig von der Betriebsgröße Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen Unternehmen im Zeitraum vom 1. August 2020 bis zum 30. Juni 2021 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen. (bisher: nur, wenn beide Betriebe maximal 249 Mitarbeiter hatten bei einer Übernahme bis spätestens 31. Dezember 2020).

Ansprechpartner

Goller, Karl-Heinz

07121 2412-261

 

Nowottny, Christiane

07121 2412-210