Ausbildungsprämie


Ausbildungsberufe im Handwerk: Tischler/Schreiner, Foto: AMH

Foto: AMH 

Finanzielle Hilfe für Ausbildungsbetriebe

Die Bundesregierung hat das Programm „Ausbildungsplätze sichern“ aufgelegt, das Prämien und Zuschüsse für Ausbildungsbetriebe vorsieht. Wir stellen die Maßnahmen vor.

Das Bundesprogramm richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits-und Sozialwesen durchführen. Praktika sind von der Förderung ausgeschlossen.

Die Hilfen setzen voraus, dass ein Unternehmen in erheblichem Ausmaß von der Corona-Krise betroffen ist, etwas durch Umsatzeinbußen oder Kurzarbeit. Welche Voraussetzungen jeweils erfüllt sein müssen, erfahren Sie im Abschnitt "Prämien und Zuschüsse im Überblick" weiter unten auf dieser Seite.

Die Maßnahmen sind zeitlich befristet. Gefördert werden neu abgeschlossener Ausbildungsverträge im Ausbildungsjahr 2020/2021. Der Zuschuss zur Vermeidung von Kurzarbeit ist bis zum 31. Dezember 2020 befristet.

Ein wichtiger Fördergrundsatz: Pro Ausbildung wird nur eine Prämie gezahlt. Die einzelnen Maßnahmen sind weder kumulierbar noch kombinierbar mit anderen Bundes- und Landesprogrammen zur Sicherung von Ausbildungsplätzen.

Hinweis für Antragsteller

Mit der Abwicklung des Programms sind die Arbeitsagenturen beauftragt.

Das federführende Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat mitgeteilt, dass auch Ausbildungen gefördert werden, für die der Ausbildungsvertrag bereits vor Inkrafttreten der Förderrichtlinie abgeschlossen worden ist.

Mit anderen Worten: Gefördert werden grundsätzlich alle im Maßnahmenkatalog aufgeführten Ausbildungen, die in den Jahren 2020 und 2021 begonnen werden. Auf den Zeitpunkt des Vertragsschlusses kommt es dabei nicht an.
 

Wie die Zahl der Altverträge berechnet wird

Die Ausbildungsprämie kann beantragen, wer im „selben Umfang“ ausbildet oder mehr Ausbildungsplätze besetzt. Maßstab sind jeweils die drei Vorjahre. In die Berechnung gehen allerdings lediglich diejenigen Verträge ein, die über die Probezeit bestanden haben. Diese Abgrenzung ist wichtig, um Betriebe, die einen Ausbildungsplatz nach einer Kündigung in der Probezeit neu besetzen und damit zwei Verträge geschlossen haben, nicht zu benachteiligen.

Antrag stellen

Weitere Informationen zum Programm, die Antragsformulare und Ausfüllhinweise gibt es auf den Internetseiten der Bundesagentur für Arbeit

 Bundesprogramm "Ausbildung sichern"

Prämien und Zuschüsse im Überblick

Ausbildungsprämie

Zahl der Ausbildungsplätze wird beibehalten

Unternehmen, die im selben Umfang wie in den drei Vorjahren ausbilden, werden mit einer Ausbildungsprämie gefördert. Sie erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 2.000 Euro. Die Prämie wird nach Abschluss der Probezeit ausgezahlt.

Zahl der Ausbildungsplätze wird erhöht

Wer seine Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöht, erhält einen Bonus auf die Ausbildungsprämie. Für jeden zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag gibt es einmalig 3.000 Euro. Auch diese Prämie wird nach Abschluss der Probezeit ausgezahlt.

Wer kann die Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen, die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Davon ist auszugehen, wenn in der ersten Hälfte des Jahres 2020 wenigstens ein Monat Kurzarbeit durchgeführt hat oder der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist. Bei Unternehmen, die nach dem April 2019 gegründet worden sind, werden die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich herangezogen.

Zuschuss zur Vermeidung von Kurzarbeit

Zuschuss zur Vermeidung von Kurzarbeit Unternehmen, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mindestens 50 Prozent) ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, erhalten einen Zuschuss von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat, in dem dies der Fall ist.

Wer kann die Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen, die ihre laufenden Ausbildungsaktivitäten trotz der Belastungen durch die COVID-19-Krise fortsetzen und Auszubildende sowie deren Ausbilder trotz erheblichem Arbeitsausfall nicht in Kurzarbeit bringen. Erforderlich ist ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb.

Auftrags- und Verbundausbildung

Unternehmen, die zeitlich befristet einen Auszubildenden übernehmen, werden gefördert. Voraussetzung ist, dass der Geschäftsbetrieb des ursprünglichen Ausbildungsbetriebs vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen betroffen ist.

Wer kann die Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen, die Auszubildende aus anderen KMU im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate im eigenen Betrieb ausbilden und über die hierfür notwendige Ausbildungseignung verfügen.

Übernahmeprämie

Betriebe, die Auszubildende aus Corona-bedingt insolventen Unternehmen übernehmen und den Abschluss der Ausbildung ermöglichen, erhalten eine Prämie von 3.000 Euro je Auszubildenden.

Wer kann die Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen KMU bis zum 31. Dezember 2020 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen.

Ansprechpartner

Goller, Karl-Heinz

07121 2412-261

 

Nowottny, Christiane

07121 2412-210