Serie "Mitarbeiter? Find' ich! Halt' ich!

Foto: Handwerkskammer / Argum


Kommunikation ist Chefsache

Im Arbeitsalltag sind Meinungsverschiedenheiten unter Kollegen keine Seltenheit. „Wenn Mitarbeiter eine andere Meinung haben oder wenn Fehler passieren, ist es für die Führungskraft nicht immer einfach, die richtigen Worte zu finden“, weiß Personalberaterin Mona Werz. Schließlich falle es vielen Menschen schwer, in solchen Situationen sachlich zu bleiben. Dabei sei die Kommunikation ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg, so die Expertin der Handwerkskammer Reutlingen.


Für die Kommunikation mit Kunden wird oft viel Zeit und Geld investiert, diese wird gut vorbereitet und besonders zuvorkommend geführt. Im Gegensatz dazu finden Gespräche mit Mitarbeitern oft aus der Situation heraus ad hoc statt. „Hier sollte man aufpassen“, warnt die Personalberaterin. Die Kommunikation mit den Mitarbeitern sei für die Arbeit sowie die Atmosphäre im Betrieb sehr wichtig. „Für Gespräche mit Mitarbeitern sollte daher im Vorfeld eine Themenliste angefertigt und ausreichend Zeit für weitere Fragen eingeplant werden“, rät Werz. Wichtig sei zudem, diese Gespräche bewusst von der arbeitsalltäglichen Kommunikation abzuheben. So wird die richtige Atmosphäre geschaffen, um mit Mitarbeitern wichtige Themen zu besprechen.

Kommunikation und Führung

Kommunikation ist ein zentrales Werkzeug für die Führungsarbeit. Es geht nicht nur darum, dass die Mitarbeiter zu jeder Zeit alle notwendigen Informationen zur Verfügung haben. Auch die Kommunikation mit Mitarbeitern darüber hinaus ist essenziell. Fragen wie: „Wie fährt sich dein neues Motorrad?“, „Wie geht es der Familie?“ oder „Wie hat dein Verein am Wochenende gespielt?“ zeigen, dass der Chef sich für seine Mitarbeiter interessiert, erklärt Mona Werz.

Mitarbeiterevents wie gemeinsames Grillen am Freitagnachmittag im Hof können helfen, damit Führungskräfte in einem informellen ungezwungenen Rahmen erfahren, was ihre Mitarbeiter beschäftigt und was sie denken.

Mitarbeitergespräche

Um zu verhindern, dass Mitarbeiter im Extremfall nur dann ein Feedback bekommen, wenn etwas schiefgelaufen ist, sind Mitarbeitergespräche ein gutes Werkzeug. „Ein Jahresgespräch bietet beiden Seiten die Gelegenheit, gut vorbereitet und sachlich über die Leistungen, Entwicklungsfelder und Erfolge des vergangenen Jahres und die Erwartungen und Ziele für das kommende Jahr zu sprechen“, sagt Mona Werz.

Wichtig sei, dass sowohl der Mitarbeiter als auch sein Chef dabei gleichermaßen zu Wort kommen. Denn wertvolle Informationen und Ideen zur täglichen Arbeit, dem Betrieb sowie zur Führungsweise können vom Mitarbeiter genauso angeregt werden wie von der Führungskraft.

Kritik äußern

„Natürlich macht es keinen Sinn, Kritikpunkte über das ganze Jahr zu sammeln und ausschließlich im Jahresgespräch anzusprechen“, gibt die Mitarbeiterin der Handwerkskammer zu bedenken. Kritik müsse zeitnah angebracht werden. „Manchmal ist es besser, auch ein Kritikgespräch mit Stichworten vorzubereiten oder eine Checkliste zu verwenden, um gemeinsam zu erarbeiten, wie Fehler vermieden oder das gewünschte Verhalten erreicht werden können“, fährt sie fort.

Teambesprechungen

Informationen, die alle Mitarbeiter betreffen, lassen sich sehr gut in regelmäßigen Teambesprechungen weitergeben. Neben den fachlichen Themen können in diesem Rahmen auch gewonnene Aufträge und erfolgreich abgeschlossene Projekte gefeiert, Lob und Kritik von Kunden weitergegeben und neue Mitarbeiter vorgestellt werden. „Das fördert den Teamgedanken“, betont Mona Werz.

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Ansprechpartnerin

Werz, Mona

07121 2412-132