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Neue Regeln zum 1. Oktober 2019

Das Bundesverkehrsministerium hat sein Förderprogramm zur Hardware-Nachrüstung von Diesel-Transportern und LKW aktualisiert. Bis Ende 2020 stehen 70 Millionen Euro zur Verfügung. Die Antragsfrist wurde auf den 29. Februar 2020 verlängert.

Erste Nachrüstsysteme zugelassen

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat erste Hardware-Nachrüstsysteme zur Stickstoffdioxid-Minderung bei Euro-5 Diesel-PKW sowie leichten Handwerker- und Lieferfahrzeugen genehmigt. Entsprechend nachgerüstete Fahrzeuge sind vom Fahrverbot in Stuttgart auf Dauer ausgenommen.

Auf der Internetseite des KBA gibt es Informationen darüber, für welche Fahrzeugtypen und Baureihen die Nachrüstung derzeit möglich ist.

 Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für NOx-Minderungssysteme zur Nachrüstung

Aktuelle Förderrichtlinie

Die Förderrichtlinie zur Nachrüstung wurde im September 2019 novelliert. Laut dem aktuellen Förderaufruf müssen Anträge bis zum 29. Februar 2020 über das Antragsportal easy-Online eingereicht werden.

Neu aufgenommen wurden die Fahrzeugklassen M1 und M2.

Bitte beachten: Wie immer gilt das Windhundprinzip: Wer schnell ist, kassiert.

Was wird gefördert?

Gefördert wird die Umrüstung (Kosten für System und Einbau) gewerblich genutzter Dieselfahrzeuge N1 und N2 der Schadstoffklassen Euro 3, 4, 5 und 6 (2,8 bis 3,5 t) sowie Euro I, II, III, IV, V und EEV (3,5 bis 7,5 t). Zum dem 1. Oktober 2019 wurden die Fahrzeugklassen M1 und M2 in die Förderung aufgenommen.

Wie wird gefördert?

Die Förderung ist je nach Fahrzeugmasse gestaffelt. Pro Fahrzeug wird ein Zuschuss von 80 Prozent der Nachrüstkosten gewährt. Der Höchstbetrag bei Fahrzeugen unter 3,5 Tonnen ist auf 3.000 Euro und bei den Fahrzeugen ab 3,5 Tonnen auf einen Höchstbetrag von 4.000 Euro begrenzt.

Die Zuwendung wird pro Fahrzeug als nicht rückzahlbarer Investitionskostenzuschuss gewährt. Laufende Betriebskosten im Anschluss an die erfolgte Nachrüstung sind nicht förderfähig.

Hinweis: Werden mehr Anträge gestellt als Fördergelder vorhanden sind, wird bei der Vergabe priorisiert. Zuerst kommen Antragsteller aus Kommunen zum Zug, in denen Fahrverbote gelten, anschließend diejenigen aus Kommunen mit einem höherem NOx-Anteil als 45µg/m³, danach alle anderen.

Wer ist förderberechtigt?

Förderberechtigt sind Fahrzeughalter mit gewerblich genutzten Fahrzeugen von 2,8 bis 7,5 Tonnen, die ihren Firmensitz in einer der von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Städte oder den angrenzenden Landkreisen haben sowie gewerbliche Fahrzeughalter, deren Firma nennenswerte Aufträge - 25 Prozent und mehr des Gesamtvolumens - in der jeweiligen Stadt hat.

Für den Kammerbezirk bedeutet dies: Alle Fahrzeughalter aus den Städten Reutlingen und Tübingen, den Landkreisen Reutlingen und Tübingen sowie den Kreisen Sigmaringen und Zollern-Alb und Freudenstadt können in den Zuschuss nutzen.

Antrag stellen

Die Antragsformulare gibt es bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen.

  Förderung der Nachrüstung von Handwerker- und Lieferfahrzeugen

In Kürze soll auch der elektronische Weg über das Förderportal des Bundes "easy online" möglich sein.

Elektronisches Formularsystem

In Baden-Württemberg wurde eine Kompetenzstelle beauftragt, die Unternehmer bei der Antragstellung unterstützt und Fragen zum Programm beantwortet:

Trapico Schieneninnovations GmbH
Andreas Vetter, Telefon 07821 270294, E-Mail: andreas.vetter[at]trapico.de

 Hinweis zur Antragstellung

Die Liste des Kraftfahrtbundesamtes ist nicht abgeschlossen. In den kommenden Monaten werden weitere Nachrüstsysteme verfügbar sein. Wer sich die Förderung sichern möchte, sollte - auch wenn aktuell noch kein passendes System zugelassen ist - seinen Antrag rechtzeitig stellen. Der Einbau kann bis Ende 2020 erfolgen.

Ansprechpartner

Bonnaire, Ines

07121 2412-143