Überbrückungshilfe des Bundes


Grafik: Hurca! / Adobe Stock

Überbrückungshilfe III und Neustarthilfe beantragen

  • Seit dem 10. Februar können Unternehmen ihren Antrag auf Überbrückungshilfe III stellen. Die Antragsfrist endet am 31. August 2021.
  • Auch die Neustarthilfe für Soloselbständige ist mittlerweile verfügbar. Anträge können ebenfalls bis zum 31. August 2021 gestellt werden.
     

Corona-Hilfen für Unternehmen

ProgrammEnde der Antragsfrist
November- und Dezemberhilfe30. April 2021
Überbrückungshilfe II31. März 2021
Landeszuschuss zu Lebenshaltungskosten (Ergänzung zur Überbrückungshilfe II)31. März 2021
Überbrückungshilfe III31. August 2021
Neustarthilfe31. August 2021

Welche Hilfe für wen?

November-/Dezemberhilfe, Überbrückungshilfen II und III, Steuerhilfen – das Bundesfinanzministerium hat eine Übersicht der Maßnahmen veröffentlicht, die von den Corona-Einschränkungen betroffenen Unternehmen nutzen können.

 Coronahilfen des Bundes

Auch der ZDH hat eine Übersicht über Finanzhilfen erarbeitet, die regelmäßig aktualisiert wird.

 ZDH: Finanzierung
 

Überbrückungshilfe für kleine und mittlere Unternehmen

Mit der Überbrückungshilfe greift der Bund allen Unternehmen unter die Arme, die aufgrund der Corona-Pandemie ihre Tätigkeit einstellen oder erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen mussten. Das zunächst bis September 2020 befristete Programm wurde nun für die Monate September bis Dezember 2020 verlängert. Gleichzeitig wurden die Förderung ausgeweitet sowie die Zugangsbedingungen vereinfacht. Anträge für die Überbrückungshilfe II können bis zum 31. März 2021 gestellt werden.

Die nächste Verlängerung steht bereits fest. Die Überbrückungshilfe III folgt in erweiterter Form und mit höheren Förderhöchstbeträgen. Die Laufzeit endet zum 30. Juni 2021. Anträge können ab sofort bis zum 31. August gestellt werden.

 Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums

Wer bekommt die Überbrückungshilfe?

  • Unternehmen und Organisationen aus allen Wirtschaftsbereichen, soweit sie ihre Geschäftstätigkeit in Folge der Corona-Krise anhaltend vollständig oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten.
  • Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb

Überbrückungshilfe II

Die Voraussetzungen gelten als erfüllt, wenn der Umsatz

  • in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 um mindestens 50 Prozent eingebrochen ist oder
  • im Zeitraum April bis August 2020 um durchschnittlich 30 Prozent gesunken ist.

Überbrückungshilfe III

Das Kriterium Umsatzeinbußen bleibt unverändert. Allerdings wird der Zugang vereinfacht. Voraussetzung ist ein

  • Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent in einem Monat im Zeitraum April bis Dezember 2020.

Wie viel Überbrückungshilfe wird gewährt?

Umsatzrückgang (Fördermonat gegenüber Vorjahresmonat)Überbrückungshilfe II und III
zwischen 30 und 50 Prozent40 Prozent der förderfähigen Fixkosten
zwischen 50 und 70 Prozent60 Prozent der Förderkosten
mehr als 70 Prozent90 Prozent der förderfähigen Kosten

Was wird gefördert

Förderfähig sind fortlaufende Fixkosten, also beispielsweise Mieten und Pacht, Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen, Leasingraten, die Ausgaben für Versicherungen sowie für Strom, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen. Auch die Kosten für Auszubildende können miteinbezogen werden, ebenso pauschal 20 Prozent der Personalkosten, sofern kein Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen wird.

Was sich bei der Überbrückungshilfe III ändert

Die Liste der förderfähigen Kosten wird erweitert. Ab Januar 2021 können zusätzliche Aufwendungen geltend gemacht werden:

  • Kosten bis zu 20.000 Euro für bauliche Modernisierungs-, Renovierungs- und Umbaumaßnahmen, die im Zusammenhang mit geforderten Hygienekonzepten stehen,
  • Investitionen in Digitalisierung, wie beispielsweise der Aufbau eines Online-Shops,
  • Abschreibungen von Wirtschaftsgütern bis zu 50 Prozent sowie
  • Marketing- und Werbekosten maximal in Höhe der Ausgaben des Vorjahres.

Höchstgrenze der Förderung

Die in der ersten Fassung enthaltene Deckelung der Förderung für kleine Unternehmen nach der Beschäftigtenzahl ist mit der Überbrückungshilfe II entfallen. Seit September 2020 beträgt der Höchstbetrag 50.000 Euro pro Monat.

Im Rahmen der Überbrückungshiilfe III beträgt der monatliche Förderhöchstbetrag 1.500.000 Euro.

Abschlagszahlungen

  • Grundsätzlich werden allen Antragsstellen Abschlagzahlungen gewährt.
  • Die Höchstgrenze liegt bei 50 Prozent der beantragen Fördersumme.
  • Der Höchstbetrag der Abschlagszahlungen wurde nunmehr auf 100.000 Euro pro Monat angehoben.

Anträge auf Überbrückungshilfe III können ab sofort gestellt werden. DIe ersten Abschlagszahlungen fließen ab 15. Februar 2021. Die reguläre Auszahlung ist für März 2021 geplant.

Worauf bei der Antragstellung zu achten ist

Die Antragstellung für die Überbrückungshilfe II erfolgt durch einen prüfenden Dritten. Unternehmen können also den Antrag nicht selbst stellen, sondern benötigen einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer oder Rechtsanwalt, der die Plausibilität der Angaben zu Umsatzausfällen und Fixkosten prüft. Darüber hinaus berät er den Antragsteller bei Fragen zu Antragsvoraussetzungen und zum Antragsverfahren.

Eine Ausnahme gibt es für Soloselbständige in den Programmen „Novemberhilfe“ und „Dezemberhilfe“ sowie in der Überbrückungshilfe III. Soloselbständige können einen Direktantrag in eigenem Namen (ohne prüfenden Dritten) stellen. Voraussetzung für die Anmeldung ist ein ELSTER-Zertifikat.

Neustarthilfe für Soloselbständige

An Soloselbständige, die bislang kaum von den aufgelegten Programmen profitieren konnten, richtet sich die „Neustarthilfe“. Die Hilfe wird als einmaliger Zuschuss zu den Betriebskosten gewährt, wenn der Umsatz im Zeitraum Dezember 2020 bis Juni 2021 im Vergleich zu einem Referenzumsatz 2019 um mehr als 50 Prozent zurückgegangen ist. Die Unterstützung beträgt maximal 7.500 Euro, sofern keine weiteren Fixkosten im Rahmen der Überbrückungshilfe III geltend gemacht werden können.

Welche Hilfe ist die richtige für mich?

Die Neustarthilfe steht auch denjenigen Unternehmern zur Verfügung, die bereits die Mittel aus der November- und Dezemberhilfe (November und Dezember 2020) oder der Überbrückungshilfe II (September bis Dezember 2020) beantragt haben. Hingegen laufen Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III parallel und können nicht miteinander kombiniert werden. Antragsteller müssen sich entscheiden, welche Unterstützung sie in Anspruch nehmen wollen.

Die Neustarthilfe ist als Zuschuss zu den Betriebskosten angelegt und wird daher nicht auf Leistungen der Grundsicherung angerechnet.

Hinweis zur Antragstellung

Für die Neustarthilfe gilt ein vereinfachtes Antragsverfahren. Soloselbständige können ihren Antrag direkt in eigenem Namen (ohne prüfenden Dritten) stellen. Voraussetzung für die Anmeldung ist ein ELSTER-Zertifikat.

Die Neustarthilfe läuft als Baustein der Überbrückungshilfe III ab dem 1. Januar 2021 an. Anträge können seit dem 16. Februar online gestellt werden.

Landeszuschuss zu Lebenshaltungskosten

Landeszuschuss läuft zum 31. März 2021 aus

Den Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten gewährt das Land Baden-Württemberg derzeit nur noch für das Programm Überbrückungshilfe II (Förderzeitraum September bis Dezember 2020). Die Frist zur Antragstellung endet am 31. März 2021.

Das Land Baden-Württemberg stockt die Überbrückungshilfen I und II des Bundes um einen fiktiven Unternehmerlohn auf. Der Zuschuss ist gestaffelt nach den jeweiligen Umsatzrückgängen.

  • 590 Euro bei Umsatzeinbruch zwischen 30 Prozent und unter 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat
  • 830 Euro bei Umsatzeinbruch zwischen 50 Prozent und 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat
  • 1.180 Euro bei Umsatzeinbruch von mehr als 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat

Hinweis: Eine gesonderte Antragstellung ist nicht erforderlich. Der Landeszuschuss kann gemeinsam mit der Bundesförderung beantragt werden.

Wer zahlt die Hilfe aus?

Wie schon die Corona-Soforthilfe wird auch die Überbrückungshilfe durch das Land administriert. Mit der Abwicklung des Programms ist die L-Bank beauftragt.

Überbrückungshilfe Corona

Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg informiert über das Bundesprogramm und den Landeszuschuss.

 Überbrückungshilfe Corona

Ansprechpartner

Weinhold, Sylvia

07121 2412-133