Corona-Vorgaben für Friseur- und Kosmetikbetriebe


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Update: RKI verkürzt Genesenenstatus auf drei Monate

Geimpft, genesen - wie lange gilt mein Status?

Nach einer überstandenen Corona-Infektion galt man bislang sechs Monate lang als genesen. Das Robert-Koch-Institut hat diesen Zeitraum nun drastisch gekürzt. Seit dem 15. Januar bleibt der Status „genesen“ nur noch 90 Tage bestehen.

Die Entscheidung wirkt sich in allen Bereichen aus, in denen die Genesung eine mögliche Zugangsvoraussetzung darstellt, also beispielsweise bei der 3G-Regel am Arbeitsplatz. Personen, deren Genesung länger als drei Monate zurückliegt, müssen ab sofort eines der beiden anderen Kriterien (Test oder Impfung) erfüllen und nachweisen.

Für vollständig Geimpfte bleibt hinsichtlich der 3G-Regel alles beim Alten. Wer zweifach geimpft ist, behält diesen Status sechs Monate lang. Einer dritten Impfung („Booster“) bedarf es hierzu nicht.

2GPlus: Vollständiger Impfschutz wird nur 90 Tage anerkannt

Anders ist es bei der so genannten 2GPlus-Regel. In diesem Fall wird zwischen vollständig Geimpften und Personen mit „Booster-Impfung“ unterschieden. Die vollständige Schutzimpfung ist 90 Tage gültig. Personen mit dritter Impfung hingegen benötigen keinen zusätzlichen Test.

Ausnahmen von der Testpflicht

  • Personen mit vollständiger Schutzimpfung, die vor nicht mehr als drei Monaten abgeschlossen wurde,
  • Genesene Personen mit anschließender Impfung, die nicht länger als drei Monate zurückliegt,
  • Genesene Personen, deren Infektion nicht länger als drei Monate zurückliegt,
  • Personen, die eine Auffrischungsimpfung („Booster“) erhalten haben,
  • Personen, für welche die Ständige Impfkommission keine Empfehlung zur Auffrischungsimpfung herausgegeben hat. Dazu zählen vollständig geimpfte Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre und Schwangere im ersten Drittel der Schwangerschaft.

Vorgaben des Landes im Überblick

  • Kosmetikbetriebe müssen in der Alarmstufe 2G erfüllen, in der Alarmstufe II gilt 2G Plus. Geimpfte und genese Kunden benötigen zusätzlich einen aktuellen negativen Schnelltest.
    Keinen Test benötigen – neben den allgemeinen Ausnahmen – geboosterte Personen, Geimpfte mit abgeschlossener Grundimmunisierung oder Genesene mit einer nachfolgenden Impfung, wenn seit der letzten erforderlichen Einzelimpfung mindestens 14 Tage und nicht mehr als drei Monate vergangen sind. Ebenfalls ausgenommen sind Personen, für die keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission hinsichtlich einer Auffrischungsimpfung besteht – also Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre mit vollständigem Impfschutz.
  • In Friseurbetrieben und Barbershops gilt unverändert die 3G-Regel, wobei nur noch PCR-Tests zugelassen sind.
  • Für medizinische Fußpflege und ähnliche gesundheitsbezogene Dienstleistungen gilt seit dem 20. Dezember in allen Alarmstufen der 3G-Standard. Hierbei ist ein negativer Schnelltest ausreichend.

Maskenpflicht: FFP2 als Standard in geschlossenen Räumen

Maskenpflicht In vielen Bereichen ist das Tragen einer Maske vorgeschrieben. Als ausreichend galten bislang medizinische Masken. Nun empfehlen Bund und Land die Verwendung höherwertiger Masken in geschlossenen Räumen. Beim Einkaufen und bei der Nutzung von Bussen und Bahnen soll eine FFP2-Maske (DIN EN 149-2001) beziehungsweise Masken der Standards KN95/N95/KF94/KF95 oder höherer Schutzklassen getragen werden. In begründeten Einzelfällen sind Ausnahmen möglich. Nicht erlaubt sind Masken mit Ausatemventil oder sogenannte „Face-Shields“.

Im Freien gilt die Maskenpflicht, wenn nicht anders angegeben, immer, wenn ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen nicht dauerhaft eingehalten werden kann. Hier ist eine medizinische Maske (DIN EN 14683:2019-10) ausreichend.

Was aktuell zu beachten ist

3G-Regel am Arbeitsplatz

Arbeitgeber und Beschäftigte müssen bei Betreten der Arbeitsstätte entweder einen Nachweis über eine Impfung oder über die Genesung oder eine aktuelle Bescheinigung über einen negativen Coronatest mitführen. Die Überprüfung kann an geeignete Beschäftigte oder Dritte delegiert werden.

3G gilt an allen Arbeitsplätzen. Die Größe eines Unternehmens spielt keine Rolle. Ausnahmeregelungen für kleine Unternehmen sind nicht vorgesehen.

3G gilt für alle Beschäftigte und damit auch für Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.

Arbeitgeber müssen die genannten Nachweise kontrollieren und dokumentieren. Die formalen Anforderungen an die Dokumentation sind gering. Eine Namensliste, auf der die Ergebnisse am jeweiligen Kontrolltag eingetragen werden, genügt. Die Unterlagen sind spätestens nach sechs Monaten zu löschen.

Tests von Beschäftigten

Keine Änderungen gibt es hinsichtlich des Testangebots, das Arbeitgeber ihren Beschäftigten machen müssen. Es bleibt bei zwei Tests pro Woche. Eine Vorgabe, welche Art von Test angeboten wird, besteht nicht.

Beschäftigte können kostenfreie Bürgertests oder gegebenenfalls beaufsichtigte Testungen seitens des Arbeitgebers nutzen. Ein Anspruch der Beschäftigten, dass der Arbeitgeber beaufsichtigte Testungen anbietet, besteht nicht.

Grundsätzlich steht es in der Eigenverantwortung jedes Beschäftigten, einen gültigen 3G-Nachweis vorlegen zu können. Die dafür anfallenden Kosten sind selbst zu tragen.

Regeln für körpernahe Dienstleistungen

In einigen Bereichen, insbesondere bei den körpernahen Dienstleistungen (Kosmetikbetriebe), gilt nun die 2G+-Regel. Das bedeutet, dass zusätzlich zum Nachweis einer Impfung oder Genesung die Vorlage eines Antigen- oder PCR-Tests erforderlich ist.

Davon ausgenommen sind Friseurbetriebe sowie Barbershops. Für diese Betriebe gilt weiterhin der 3G-Standard. Allerdings benötigen nicht geimpfte Kunden ab sofort einen PCR-Test. Schnelltests reichen nicht mehr aus. 

Diese Einschränkungen gelten nicht für gesundheitsbezogene Dienstleistungen (medizinische Fußpflege, Physio- oder Ergotherapie, Logopädie).

Ausnahmen von der strengeren Testpflicht

Einige Personengruppen sind von der PCR-Testpflicht bzw. den Zutrittsregeln ausgenommen. Statt eines PCR-Tests müssen diese Personen einen negativen Antigen-Schnelltest vorlegen.

  • Personen bis einschließlich 17 Jahre, die nicht mehr zur Schule gehen.
  • Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können (ärztlicher Nachweis erforderlich).
  • Personen, für die es keine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission gibt.
  • Schwangere und Stillende, da es für diese Gruppen erst seit dem 10. September 2021 eine Impfempfehlung gibt.

Kinder, die noch nicht eingeschult sind, bleiben von generell von allen Einschränkungen ausgenommen. Schüler, die an regelmäßigen Tests im Rahmen des Schulbesuchs teilnehmen, sind ebenfalls von zusätzlichen Testpflichten befreit (Nachweis erforderlich).

Vorgaben für Mitarbeiter und Betriebe

Die Alarmstufe II, die zum 24. November ausgerufen wurde, ist nicht mit weiteren Auflagen für Mitarbeiter und Betriebe verbunden. Es bleibt also bei der bereits bestehenden Testpflicht. Die Tests sind zu dokumentieren. Die Aufbewahrungspflicht gilt für sechs Monate.

Weiterhin gelten die Arbeitsschutzstandards der Berufsgenossenschaft (Hygienekonzept, Mindestabstand von 1,5 m zwischen Arbeitsplätzen, ansonsten Abtrennung, sowie Lüften).

Impfnachweise prüfen: So geht´s richtig

Vielerorts müssen Kunden ihren Impfnachweis vorzeigen. Doch ein kurzer Blick auf den QR-Code reicht als Check nicht aus. Die Deutsche Handwerks Zeitung (DHZ) erklärt, wie's richtig gemacht wird.

 Zum Beitrag 

Verbindliche Testangebote in Unternehmen

Das Bundeskabinett hat eine Corona-Testpflicht in Unternehmen beschlossen. Um Infektionen frühzeitig zu erkennen und dadurch die Ausbreitung des Corona-Virus zu unterbinden, müssen Betriebe und Verwaltungen ihren Beschäftigten ein verbindliches Testangebot machen.

Eine Pflicht der Beschäftigten, sich testen zu lassen, ist nicht vorgesehen. Die Kosten sind – allen Einwänden der Wirtschaftsverbände zum Trotz – von den Arbeitgebern zu tragen.

Das Testangebot ist in der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung verbindlich geregelt. Die aktuelle Fassung der Verordnung wurde im November verlängert und gilt bis einschließlich 19. März 2022.

 Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Corona-Arbeitsschutzverordnung

Testangebot nachweisen

Der Arbeitgeber muss lediglich nachweisen, dass er die Tests beschafft hat und diesen Nachweis – in der Regel die Rechnung – vier Wochen lang aufbewahren. Dies gilt auch für den Fall, dass die Tests durch einen Dritten (Bsp.: eine Apotheke) durchgeführt werden. Weitere Dokumentationspflichten bestehen nicht.

Service für Betriebe

Auf einer Sonderseite informieren wir über die rechtlichen Vorgaben und die verschiedenen Testvarianten. Dort finden Sie auch ein Liste mit Produkten und Lieferanten.

 Corona-Tests im Betrieb

Betriebliche Maßnahmen - Arbeitsschutzstandards

Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung und die Unterweisung sind mit Blick auf die Risiken durch das Coronavirus zu ergänzen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Um die Risiken zu minimieren, sollten beispielsweise feste Arbeitsteams je Schicht gebildet werden, um wechselnden Kontakt innerhalb des Betriebs zu reduzieren.

Allgemeine Schutzmaßnahmen

Beschäftige und Kunden mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung dürfen den Friseursalon nicht betreten. Personen mit akuten Atemwegserkrankungen dürfen nicht bedient werden.

Terminvergabe und Information der Kunden

  • Termine dürfen nur auf elektronischem Weg oder per Telefon vereinbart werden.
  • Kunden dürfen nur alleine zum Termin kommen. Ausgenommen sind Personen, die auf eine Begleitperson angewiesen sind (z.B. Kinder).
  • Kundenwünsche sind bereits bei der Terminvergabe zu klären, um die Kommunikation im Salon auf ein Minimum zu reduzieren.
  • Das Tragen einer Maske (mindestens einer medizinische Maske) ist obligatorisch. Kunden müssen eine solche bereits beim Betreten des Betriebs tragen.
  • Termine müssen so vergeben werden, dass es zu keinen Verdichtungen kommt und der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten wird.

Abstandsregeln, Kommunikation und weitere Vorsichtsmaßnahmen

  • Wo immer möglich ist ein Abstand von 1,5 Metern zwischen Personen einzuhalten. Dies gilt natürlich nicht für die Dauer der Friseurdienstleistung.
  • Körperkontakt (Händeschütteln, Umarmen) vermeiden.
  • Beschäftigten sind medizinische Mund-Nasen-Schutzmasken (sog. OP-Masken oder FFP2-Masken) zur Verfügung zu stellen.

Hygiene und Desinfektion

  • Wichtig sind eine ausreichende Lüftung der Betriebsräume, eine ausreichende Anzahl an Handwaschbecken in der Nähe des Arbeitsplatzes sowie die regelmäßige Reinigung der Friseurstühle und der Werkzeuge nach jeder Bedienung eines Kunden.
  • Arbeitsutensilien, wie beispielsweise Käme, Bürsten, Wickler etc., sollen kundenbezogen benutzt und dann gereinigt werden.

Zahlung

  • Um den direkten Kontakt zu vermeiden, wird bargeldloses Zahlen empfohlen, ebenso besondere Schutzvorrichtungen im Theken-/Kassenbereich.
Abstand, Hygiene, Masken, Lüften

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege

 Arbeitsschutzstandards für das Friseur-Handwerk vom 22. Juli 2021

Kundenkontakte dokumentieren - Muster für Betriebe

Betriebe müssen die Kundenkontaktdaten sowie die Dauer des Aufenthalts dokumentieren. Mit anderen Worten: Kunden dürfen nur bedient werden, wenn sie die Dokumentation ausgefüllt haben.

Vorgaben, welche formalen Anforderungen an die Dokumentation zu erfüllen sind, enthalten die Branchenstandards der BGW nicht. Allerdings dürfte es nicht genügen, den Eintrag im Terminbuch einfach zu ergänzen. Wir empfehlen, jeden Kundenkontakt einzeln zu erfassen und separat zu dokumentieren. Die Rechtsabteilung der Handwerkskammer hat hierzu ein Muster erarbeitet.

Ansprechpartner

Krauß, Lisa

07121 2412-231

 

Laib, Diana

07121 2412-269

 

Nopper, Katharina

07121 2412-235

 

Schweizer, Richard

07121 2412-232