Corona-Vorgaben für Friseur- und Kosmetikbetriebe


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+++ Aktuell: Corona-Beschlüsse vom 3. März +++

Die aktuellen Beschlüsse von Bund und Land sehen eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 28. März 2021 bei gleichzeitiger Lockerung der bisher geltenden Einschränkungen in mehreren Stufen vor.

Rechtsverbindlich umgesetzt werden die Beschlüsse jeweils in Landesverordnungen. Dies wird einige Tage in Anspruch nehmen. Sobald dies geschehen ist, werden wir Sie an dieser Stelle über die dann geltenden Regelungen für einzelne Branchen und Berufsgruppen informieren.

 Pressemitteilung Ministerpräsident Winfried Kretschmann vom 4. März 2021

 Stufenplan für weitere Öffnungen

Friseure ab 1. März geöffnet, Kosmetikbetriebe bleiben geschlossen

Bund und Länder haben sich am 10. Februar 2021 auf eine Verlängerung der Lockdowns verständigt. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelten bis zum 7. März. Eine Ausnahme ist für die Friseure vorgesehen, die ihre Betriebe unter strengen Hygieneauflagen bereits zum 1. März öffnen dürfen - sofern es das Infektionsgeschehen zulässt.

Ebenfalls festgelegt wurde ein Maßstab, ab dem weitere Lockerungen erfolgen sollen. Diese sollen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner erfolgen. Betroffen sind davon beispielsweise Kosmetikstudios, die bis dahin körpernahe Dienstleistungen nicht erbringen dürfen.

  • Kosmetikbetriebe, Nagelstudios und ähnliche Betriebe dürfen ab dem 16. Dezember keine kosmetischen Dienstleistungen erbringen. Eine Ausnahme ist zugelassen: die medizinische Fußpflege ist weiterhin möglich. Der Verkauf von Pflegeprodukten ist Kosmetikbetrieben ist nicht erlaubt.
  • Friseurbetriebe – auch die mobilen – und Barbershops, die in der Handwerksrolle eingetragen sind, müssen ab dem 16. Dezember bis zum 28. Februar 2021 schließen.

In Zweifelsfragen wenden Sie sich bitte an das zuständige Amt für öffentliche Ordnung oder das Ordnungsamt.

Hinweis

Die Auflagen für eine (Wieder-) Eröffnung der Friseurbetriebe regelt das Land verbindlich in einer Verordnung. Die aktuell geltenden Arbeitsschutzstandards der Berufsgenossenschaft für das Friseurhandwerk gehen etwas weiter und beinhalten die einzuhaltenden Verhaltensregeln für die körpernahen Dienstleistungen - sobald diese wieder erbracht werden dürfen.
 

Verordnung des Landes

Friseurbetriebe und Barbershops, die nach der Handwerksordnung Friseurdienstleistungen erbringen dürfen und entsprechend in die Handwerksrolle eingetragen sind, können ab 1. März wieder öffnen.

Nach aktuellem Stand gelten folgende Auflagen:

  • Es dürfen nur Kunden bedient werden, die einen Termin vereinbart haben. Die Anmeldung und Reservierung ist zwingend erforderlich.
  • Im Salon besteht Maskenpflicht. Kunden und Angestellte müssen medizinische Masken oder FFP2-/KN95-/N95-Masken tragen.
  • Es sind nur Friseurdienstleistungen wie etwa Haare waschen, schneiden, färben, föhnen erlaubt.
  • Nicht zulässig sind hingegen Bartschneiden oder Rasuren, kosmetische Leistungen sowie Wellnessbehandlungen. Diese Leistungen können nur als face-to-face-Behandlung an nicht-maskierten Kunden erbracht werden und gehen damit mit einem erhöhten Infektionsrisiko einher.

Hygienekonzept und Dokumentation weiterer Maßnahmen

Nach § 5 CoronaVO BW müssen Friseurbetriebe ein Hygienekonzept erstellen, aus dem hervorgeht, wie die Hygieneanforderungen im Salon konkret umgesetzt werden. In diese schriftliche Dokumentation gehören zusätzlich die Maßnahmen zu Datenerhebung, Arbeitsschutz und Terminreservierung. Das Konzept ist auf Verlangen den zuständigen Behörden vorzulegen.

Nachlässigkeiten können teuer kommen. Das Fehlen einer solchen Dokumentation stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.

 Landesverordnung

 Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg

 Begründung der aktuellen Fassung der Corona-VO

(mit den Informationen für Friseure auf den Seiten 23f.)

 

 

Friseure sind von 10-Quadratmeter-Regel ausgenommen

Die Nachfrage eines der Landratsämter unseres Bezirks zu dieser nicht unumstrittenen Frage beim Sozialministerium ergab, dass die Auffassung der Handwerkskammer Reutlingen geteilt wird, dass die 10-Quadratmeter-Regel auf die Friseure nicht anwendbar ist – wie es ja auch in der Corona-Verordnung des Landes steht.

Sollten Mitglieder im Rahmen von Kontrollen andere Erfahrungen machen, mögen sich diese gerne an unsere Rechtsabteilung, Telefon 07121 2412-230, recht[at]hwk-reutlingen.de wenden.

Betriebliche Maßnahmen - Arbeitsschutzstandards

Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung und die Unterweisung sind mit Blick auf die Risiken durch das Coronavirus zu ergänzen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Um die Risiken zu minimieren, sollten beispielsweise feste Arbeitsteams je Schicht gebildet werden, um wechselnden Kontakt innerhalb des Betriebs zu reduzieren.

Allgemeine Schutzmaßnahmen

Beschäftige und Kunden mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung dürfen den Friseursalon nicht betreten. Personen mit akuten Atemwegserkrankungen dürfen nicht bedient werden.

Terminvergabe und Information der Kunden

  • Termine dürfen nur auf elektronischem Weg oder per Telefon vereinbart werden.
  • Kunden dürfen nur alleine zum Termin kommen. Ausgenommen sind Personen, die auf eine Begleitperson angewiesen sind (z.B. Kinder).
  • Kundenwünsche sind bereits bei der Terminvergabe zu klären, um die Kommunikation im Salon auf ein Minimum zu reduzieren.
  • Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist obligatorisch. Kunden müssen eine solche bereits beim Betreten des Betriebs tragen.
  • Termine müssen so vergeben werden, dass es zu keinen Verdichtungen kommt und der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten wird.

Abstandsregeln, Kommunikation und weitere Vorsichtsmaßnahmen

  • Wo immer möglich ist ein Abstand von 1,5 Metern zwischen Personen einzuhalten. Dies gilt natürlich nicht für die Dauer der Friseurdienstleistung.
  • Körperkontakt (Händeschütteln, Umarmen) vermeiden.
  • Beschäftigten sind medizinische Mund-Nasen-Schutzmasken (sog. OP-Masken oder FFP2-Masken) zur Verfügung zu stellen.

Hygiene und Desinfektion

  • Wichtig sind eine ausreichende Lüftung der Betriebsräume, eine ausreichende Anzahl an Handwaschbecken in der Nähe des Arbeitsplatzes sowie die regelmäßige Reinigung der Friseurstühle und der Werkzeuge nach jeder Bedienung eines Kunden.
  • Arbeitsutensilien, wie beispielsweise Käme, Bürsten, Wickler etc., sollen kundenbezogen benutzt und dann gereinigt werden.

Zahlung

  • Um den direkten Kontakt zu vermeiden, wird bargeldloses Zahlen empfohlen, ebenso besondere Schutzvorrichtungen im Theken-/Kassenbereich.
Abstand, Hygiene, Masken, Lüften

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege

 Arbeitsschutzstandards für das Friseur-Handwerk vom 8. Februar 2021

Jeder Kundenkontakt muss dokumentiert werden

Generell müssen Kunden über die Sicherheitsmaßnahmen im Betrieb informiert werden. Dies betrifft vor allem einfache Verhaltensregeln, wie beispielsweise das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, Händehygiene und das Einhalten der Husten-Nies-Etikette.

Um etwaige Infektionsketten nachvollziehen zu können, sind die Kundenkontaktdaten sowie die Dauer des Aufenthalts zu dokumentieren. Diese Dokumentation ist verpflichtend vorgeschrieben. Mit anderen Worten: Kunden dürfen nur bedient werden, wenn sie die Dokumentation ausgefüllt haben.

Vorgaben, welche formalen Anforderungen an die Dokumentation zu erfüllen sind, enthalten die Branchenstandards der BGW nicht. Allerdings dürfte es nicht genügen, den Eintrag im Terminbuch einfach zu ergänzen. Wir empfehlen, jeden Kundenkontakt einzeln zu erfassen und separat zu dokumentieren. Die Rechtsabteilung der Handwerkskammer hat hierzu ein Muster erarbeitet.

Ansprechpartner

Krauß, Lisa

07121 2412-231

 

Laib, Diana

07121 2412-269

 

Nopper, Katharina

07121 2412-235

 

Schweizer, Richard

07121 2412-232