Corona-Vorgaben für Friseur- und Kosmetikbetriebe


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Öffnungsschritte: Der aktuelle Stand

Sinkende Inzidenzzahlen lassen weitere Lockerungen zu. Angesichts der aktuellen Zahlen in den einzelnen Landkreisen entfallen zahlreiche Einschränkungen in Friseur- und Kosmetikbetrieben. Der aktuelle Stand:

  • Die Quadratmeterbegrenzung – mindestens zehn Quadratmeter pro Kunde – entfällt. Damit können alle Aufenthaltsbereiche im Salon (Wartebereich) wieder geöffnet werden.
  • Der sogenannte GGG-Nachweis – getestet, geimpft, genesen – ist nicht mehr grundsätzlich erforderlich (Ausnahme: Maske kann während Friseurdienstleistung bzw. rein kosmetischer Dienstleistung nicht dauerhaft getragen werden),
  • Die Kundennachverfolgung ist aktuell nicht mehr notwendig. Die Dokumentation des Kundenbesuchs entfällt.

Folgende Regeln gelten weiterhin

Die Maskenpflicht gilt unverändert weiter. In geschlossenen Räumen und im Freien, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht dauerhaft eingehalten werden kann, muss mindestens eine medizinische Maske getragen werden.

Ausnahmen von der generellen Maskenpflicht gelten für einzelne Leistungen in Friseur- und Kosmetikbetrieben:

  • bei körpernahen Dienstleistungen (Gesichtsbehandlungen, Rasur), wenn dabei nicht dauerhaft eine Maske getragen werden kann. Kundinnen und Kunden müssen in diesem Fall einen negativen Corona-Schnelltest, einen Genesenen- oder einen Impf-Nachweis vorlegen;
  • bei medizinischer Fußpflege, wenn dabei nicht dauerhaft eine Maske getragen werden kann.
  • Die besondere Hygienevorschriften gelten weiterhin.
  • Für die Beschäftigen im Betrieb muss ein Testkonzept vorliegen.

Stufenplan für Öffnungen

Die Landesregierung hat ihren Stufenplan für Öffnungen zum 30. Juni 2021 aktualisiert. Danach sind Öffnungsschritte in vier Stufen definiert.

Inzidenzstufe 4 (über 50)

  • Maximal ein Kunde pro 10 Quadratmeter allgemein zugängliche Dienstleistungs-/Verkaufsfläche.
  • Ein negativer Corona-Schnelltest bzw. Genesenen- oder Geimpften-Nachweis ist nicht erforderlich.
  • Die Kontaktdaten der Kundinnen und Kunden müssen dokumentiert werden. Dazu zählen Vor- und Nachname, Anschrift, Datum und Zeitraum der Anwesenheit und sofern vorhanden die Telefonnummer.

    Dies kann entweder mit einschlägigen Apps (Corona-Warn-App, Luca) oder auch analog auf Papier erfolgen. Kunden, die ihre Kontaktdaten nicht oder nicht vollständig angeben möchten, dürfen das Ladenlokal bzw. den Ort der Dienstleistung nicht betreten. Eine Ausnahme hiervon macht das Land in Hörakustiker-Betrieben.

Inzidenzstufe 3 (zwischen 50 und 35)

  • Maximal ein Kunde pro 10 Quadratmeter allgemein zugängliche Dienstleistungs-/Verkaufsfläche.
  • Ein negativer Corona-Schnelltest bzw. Genesenen- oder Geimpften-Nachweis ist nicht erforderlich.
  • Die Kontaktdaten der Kundinnen und Kunden müssen nicht dokumentiert werden.

Inzidenzstufe 2 (zwischen 35 und 10)
Inzidenzstufe 1 (unter 10)

  • Die Quadratmeterbegrenzung für Kunden entfällt. In der Praxis können sich aus dem Abstandsgebot oder hygienischen Vorgaben allerdings Beschränkungen ergeben.

Verbindliche Testangebote in Unternehmen

Das Bundeskabinett hat am 13. April eine Corona-Testpflicht in Unternehmen beschlossen. Um Infektionen frühzeitig zu erkennen und dadurch die Ausbreitung des Corona-Virus zu unterbinden, müssen Betriebe und Verwaltungen ihren Beschäftigten ein verbindliches Testangebot machen.

Eine Pflicht der Beschäftigten, sich testen zu lassen, ist nicht vorgesehen. Die Kosten sind – allen Einwänden der Wirtschaftsverbände zum Trotz – von den Arbeitgebern zu tragen.

Das Testangebot ist in der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung verbindlich geregelt. Die aktuelle Fassung der Verordnung ist am 1. Juli in Kraft getreten und gilt bis einschließlich 10. September 2021.

 Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Corona-Arbeitsschutzverordnung

Testangebot nachweisen

Der Arbeitgeber muss lediglich nachweisen, dass er die Tests beschafft hat und diesen Nachweis – in der Regel die Rechnung – vier Wochen lang aufbewahren. Dies gilt auch für den Fall, dass die Tests durch einen Dritten (Bsp.: eine Apotheke) durchgeführt werden. Weitere Dokumentationspflichten bestehen nicht.

Service für Betriebe

Auf einer Sonderseite informieren wir über die rechtlichen Vorgaben und die verschiedenen Testvarianten. Dort finden Sie auch ein Liste mit Produkten und Lieferanten.

 Corona-Tests im Betrieb

Corona-Arbeitsschutzregeln - Änderungen zum 1. Juli 2021

Das Bundeskabinett hat Änderungen an der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung vorgenommen, die bis einschließlich 10. September 2021 gelten. Die Testangebotspflicht besteht weiter.

  • Arbeitgeber bleiben verpflichtet, den in Präsenz Arbeitenden mindestens zweimal pro Woche ein Testangebot zu unterbreiten. Beschäftigte, bei denen ein Nachweis der vollständigen Impfung oder Genesung von einer COVID-19-Erkrankung vorliegt, können vom Testangebot ausgenommen werden.
  • Die Kosten für die Tests trägt der Arbeitgeber.
  • Die Vorgabe einer Mindestfläche von 10 m² pro Person in mehrfach belegten Räumen entfällt.
  • Die Pflicht zum Home-Office ist aufgehoben.

Die bisher schon geltenden Regelungen, beispielsweise zu Abstandsregeln, Maskenpflicht, Hygienekonzepten bleiben unverändert bestehen.

Betriebliche Maßnahmen - Arbeitsschutzstandards

Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung und die Unterweisung sind mit Blick auf die Risiken durch das Coronavirus zu ergänzen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Um die Risiken zu minimieren, sollten beispielsweise feste Arbeitsteams je Schicht gebildet werden, um wechselnden Kontakt innerhalb des Betriebs zu reduzieren.

Allgemeine Schutzmaßnahmen

Beschäftige und Kunden mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung dürfen den Friseursalon nicht betreten. Personen mit akuten Atemwegserkrankungen dürfen nicht bedient werden.

Terminvergabe und Information der Kunden

  • Termine dürfen nur auf elektronischem Weg oder per Telefon vereinbart werden.
  • Kunden dürfen nur alleine zum Termin kommen. Ausgenommen sind Personen, die auf eine Begleitperson angewiesen sind (z.B. Kinder).
  • Kundenwünsche sind bereits bei der Terminvergabe zu klären, um die Kommunikation im Salon auf ein Minimum zu reduzieren.
  • Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist obligatorisch. Kunden müssen eine solche bereits beim Betreten des Betriebs tragen.
  • Termine müssen so vergeben werden, dass es zu keinen Verdichtungen kommt und der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten wird.

Abstandsregeln, Kommunikation und weitere Vorsichtsmaßnahmen

  • Wo immer möglich ist ein Abstand von 1,5 Metern zwischen Personen einzuhalten. Dies gilt natürlich nicht für die Dauer der Friseurdienstleistung.
  • Körperkontakt (Händeschütteln, Umarmen) vermeiden.
  • Beschäftigten sind medizinische Mund-Nasen-Schutzmasken (sog. OP-Masken oder FFP2-Masken) zur Verfügung zu stellen.

Hygiene und Desinfektion

  • Wichtig sind eine ausreichende Lüftung der Betriebsräume, eine ausreichende Anzahl an Handwaschbecken in der Nähe des Arbeitsplatzes sowie die regelmäßige Reinigung der Friseurstühle und der Werkzeuge nach jeder Bedienung eines Kunden.
  • Arbeitsutensilien, wie beispielsweise Käme, Bürsten, Wickler etc., sollen kundenbezogen benutzt und dann gereinigt werden.

Zahlung

  • Um den direkten Kontakt zu vermeiden, wird bargeldloses Zahlen empfohlen, ebenso besondere Schutzvorrichtungen im Theken-/Kassenbereich.
Abstand, Hygiene, Masken, Lüften

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege

 Arbeitsschutzstandards für das Friseur-Handwerk vom 8. Februar 2021

Kundenkontakte dokumentieren - Muster für Betriebe

Abhängig von den Inzidenzzahlen müssen Betriebe die Kundenkontaktdaten sowie die Dauer des Aufenthalts dokumentieren. Mit anderen Worten: Kunden dürfen nur bedient werden, wenn sie die Dokumentation ausgefüllt haben.

Diese Vorgabe greift in der Inzidenzstufe 4 (über 50). Liegen die Werte darunter, ist keine Dokumentation erforderlich.

Vorgaben, welche formalen Anforderungen an die Dokumentation zu erfüllen sind, enthalten die Branchenstandards der BGW nicht. Allerdings dürfte es nicht genügen, den Eintrag im Terminbuch einfach zu ergänzen. Wir empfehlen, jeden Kundenkontakt einzeln zu erfassen und separat zu dokumentieren. Die Rechtsabteilung der Handwerkskammer hat hierzu ein Muster erarbeitet.

Ansprechpartner

Krauß, Lisa

07121 2412-231

 

Laib, Diana

07121 2412-269

 

Nopper, Katharina

07121 2412-235

 

Schweizer, Richard

07121 2412-232