Corona-Vorgaben für Friseur- und Kosmetikbetriebe


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Was ab dem 2. November 2020 gilt

Bund und Länder haben sich auf weitere Corona-Maßnahmen verständigt, die am 2. November 2020 per Landesverordnung in Kraft gesetzt worden sind und voraussichtlich vier Wochen gelten.

  • Kosmetikbetriebe, Nagelstudios und ähnliche Betriebe dürfen ab dem 2. November keine kosmetischen Dienstleistungen erbringen. Eine Ausnahme ist zugelassen: die medizinische Fußpflege ist weiterhin möglich. Hingegen darf der Warenverkauf weiterlaufen. Der Verkauf von Pflegeprodukten ist Kosmetikbetrieben also auch während der Zwangspause erlaubt. Es gelten die Hygiene- und Schutzstandards für den Einzelhandel.
  • Friseurbetriebe und Barbershops, die in der Handwerksrolle eingetragen sind, können den Betrieb unter den seit Mai 2020 geltenden Auflagen mit einer Einschränkung fortsetzen: Kosmetische Leistungen (Behandlung von Bart, Augenbrauen und Wimpern) sind nicht erlaubt. Nicht betroffen sind die normalen Friseurleistungen, also das Waschen, Schneiden und Färben von Haaren.

In Zweifelsfragen wenden Sie sich bitte an das zuständige Amt für öffentliche Ordnung oder das Ordnungsamt.

Landesverordnung

Kontaktbeschränkungen, eine Zwangspause für Kultureinrichtungen, Theater und Kinos, geschlossene Restaurants und Gaststätten - die Maßnahmen für Baden-Württemberg sind in einer Landesverordnung geregelt.

 Corona-Maßnahmen ab 2. November

Fragen und Antworten

 FAQ zur Corona-Verordnung

Hygiene- und Schutzauflagen für Friseure, Kosmetiker und Fußpfleger

Friseure, Kosmetiker und Fußpfleger gehören zu den Gewerken, denen im Frühjahr 2020 eine Corona-bedingte Zwangspause auferlegt wurde. Die Rückkehr in den Alltag erfolgt in kleinen Schritten, denn der betriebliche Ablauf in den Salons steht ab sofort unter strengen Auflagen.

Hierzu zählen besondere Vorkehrungen an die Hygiene, zur Steuerung des Zutritts in das Geschäft und zur Vermeidung von Warteschlangen. Außerdem wird für die Mitarbeiter das Tragen einer „persönlichen Schutzausrüstung“ zwingend vorgeschrieben.

Branchenstandards der BGW

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat verbindliche Vorgaben für Friseur- und Kosmetikbetriebe in einem bundesweit gültigen Branchenstandard veröffentlicht. Die Liste umfasst technische, organisatorische und personenbezogene Schutzmaßnahmen. Die Umsetzung dieser Arbeitsschutzstandards ist vor dem Hintergrund der Schutzpflicht des Arbeitgebers gegenüber seinen Arbeitnehmern geboten. Wird die Einhaltung des Standards nicht gewährleistet, macht sich der Arbeitgeber möglicherweise gegenüber seinen Mitarbeitern schadensersatzpflichtig. Zudem wird - je nach Schwere des Verstoßes - ein Bußgeld oder sogar eine Strafverfolgung riskiert.

Für den Schutz von Mitarbeitern und Kunden vor einer Infektion mit dem Corona-Virus gelten zwei Grundsätze:

  • Eine Mund-Nasen-Bedeckung für Beschäftigte und Kunden ist zwingend erforderlich, wenn der Mindestabstand von 1.5 Metern nicht eingehalten werden kann.
  • Personen, die Symptome einer Infektion der Atemwege aufweisen, sollen sich generell nicht im Salon aufhalten. Der Betrieb muss ein Verfahren zur Abklärung von Verdachtsfällen (zum Beispiel Fieber) festlegen, zum Beispiel einen Infektions-Notfallplan.

Verordnung des Landes

Die baden-württembergischen Ministerien für Wirtschaft und Soziales haben im Frühjahr 2020 eine Verordnung zur Eindämmung von Übertragungen mit dem Corona-Virus in Friseur-, Kosmetik- und Fußpflegebetrieben herausgegeben, die mittlerweile in der allgemeinen Corona-Verordnung des Landes aufgegangen ist.

Über die Einhaltung wachen die Vollzugsbehörden des Arbeitsschutzes und des Infektionsschutzes, also die Ordnungsbehörden und die Gesundheitsämter. Verstöße können nach der Corona-Verordnung mit Bußgeldern geahndet werden.

Die Landesvorgaben nehmen die BG-Standards auf, regeln allerdings zusätzllich die mit den Auflagen verbundenen Dokumentationspflichten.

Unsere Empfehlung

Wichtig: Die Handwerkskammer empfiehlt allen Betrieben dringend, sich an die Landesverordnung und an die Vorgaben der BGW zu halten. Nur wenn sich alle an die Regelungen halten, kann es gelingen, möglichst zeitnah weitere Lockerungen zu erreichen. Sollten die Regelungen nicht eingehalten werden, drohen wieder schärfere Regulierungen und gegebenenfalls sogar eine erneute Schließung der Salons.

Betriebliche Maßnahmen im Überblick

 

Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung und die Unterweisung sind mit Blick auf die Risiken durch das Coronavirus zu ergänzen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Um die Risiken zu minimieren, sollten beispielsweise feste Arbeitsteams je Schicht gebildet werden, um wechselnden Kontakt innerhalb des Betriebs zu reduzieren.

Allgemeine Schutzmaßnahmen

Beschäftige und Kunden mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung dürfen den Friseursalon nicht betreten. Personen mit akuten Atemwegserkrankungen dürfen nicht bedient werden.

Leistungsangebot

  • „Gesichtsnahe“ Dienstleistungen (Bart, Augenbrauen, Wimpern) dürfen nun auch in Friseurbetrieben wieder ausgeführt werden..
  • Auf das Föhnen der Haare sollte nach Möglichkeit verzichtet werden.

Terminvergabe und Information der Kunden

  • Termine dürfen nur auf elektronischem Weg oder per Telefon vereinbart werden.
  • Kunden dürfen nur alleine zum Termin kommen. Ausgenommen sind Personen, die auf eine Begleitperson angewiesen sind (z.B. Kinder).
  • Kundenwünsche sind bereits bei der Terminvergabe zu klären, um die Kommunikation im Salon auf ein Minimum zu reduzieren.
  • Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist obligatorisch. Kunden müssen eine solche bereits beim Betreten des Betriebs tragen.
  • Termine müssen so vergeben werden, dass es zu keinen Verdichtungen kommt und der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten wird.

Abstandsregeln, Kommunikation und weitere Vorsichtsmaßnahmen

  • Wo immer möglich ist ein Abstand von 1,5 Metern zwischen Personen einzuhalten. Dies gilt natürlich nicht für die Dauer der Friseurdienstleistung.
  • Körperkontakt (Händeschütteln, Umarmen) vermeiden.
  • Beschäftigten sind medizinische Mund-Nasen-Schutzmasken (EN 14683) zur Verfügung zu stellen. Angesichts der aktuellen Engpässe werden ersatzweise Behelfsmasken (etwa aus Stoff) akzeptiert.
  • Die Kommunikation mit Kunden soll auf ein Minimum beschränkt bleiben.

Hygiene und Desinfektion

  • Wichtig sind eine ausreichende Lüftung der Betriebsräume, eine ausreichende Anzahl an Handwaschbecken in der Nähe des Arbeitsplatzes sowie die regelmäßige Reinigung der Friseurstühle und der Werkzeuge nach jeder Bedienung eines Kunden.
  • Es dürfen ausschließlich Einweg-Papierhalskrausen verwendet werden. Zusätzlich zum üblichen Friseurumhang werden Einwegumhänge empfohlen.

Zahlung

  • Um den direkten Kontakt zu vermeiden, wird bargeldloses Zahlen empfohlen, ebenso besondere Schutzvorrichtungen im Theken-/Kassenbereich.

Jeder Kundenkontakt muss dokumentiert werden

Generell müssen Kunden über die Sicherheitsmaßnahmen im Betrieb informiert werden. Dies betrifft vor allem einfache Verhaltensregeln, wie beispielsweise das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, Händehygiene und das Einhalten der Husten-Nies-Etikette.

Um etwaige Infektionsketten nachvollziehen zu können, sind die Kundenkontaktdaten sowie die Dauer des Aufenthalts zu dokumentieren. Diese Dokumentation ist verpflichtend vorgeschrieben. Mit anderen Worten: Kunden dürfen nur bedient werden, wenn sie die Dokumentation ausgefüllt haben.

Vorgaben, welche formalen Anforderungen an die Dokumentation zu erfüllen sind, enthalten die Branchenstandards der BGW nicht. Allerdings dürfte es nicht genügen, den Eintrag im Terminbuch einfach zu ergänzen. Wir empfehlen, jeden Kundenkontakt einzeln zu erfassen und separat zu dokumentieren. Die Rechtsabteilung der Handwerkskammer hat hierzu ein Muster erarbeitet.

Ansprechpartner

Krauß, Lisa

07121 2412-231

 

Laib, Diana

07121 2412-269

 

Nopper, Katharina

07121 2412-235

 

Schweizer, Richard

07121 2412-232