Corona-Vorgaben für Friseur- und Kosmetikbetriebe


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Änderung ab dem 3. Mai 2021: Selbsttest im Friseurbetrieb genügt

Die Vorgaben zu den Testungen wurden erleichtert: Statt eines negativen tagesaktuellen Schnelltests, der einen vorherigen Besuch im Testzentrum erforderlich macht, benötigen Kunden nur noch einen Selbsttest, der vor Ort im Salon durchgeführt werden kann. Die Corona-Verordnung des Landes lässt diesen Test durch einen Anbieter einer Dienstleistung im Rahmen der Inanspruchnahme durch die jeweiligen Kundinnen oder Kunden zu. Die Regelungen:

  • Für den Besuch beim Friseur genügt ein Selbsttest (= "für die Anwendung durch medizinische Laien zugelassener Test").
  • Dieser Test darf im Friseurbetrieb uner Einhaltung der Abstandsregeln und Hygienestandards erfolgen.
  • Durchführung und Auswertung werden durch einen geeigneten Dritten (geeigneten Beschäftigten) überwacht, der das Ergebnis bescheinigt.
  • Es ist keine spezielle Schulung erforderlich. De facto muss der Dritte (der Beschäftigte) nur die Bedienungsanleitung des jeweiligen Test beherrschen.
  • Die Bescheinigung über ein negatives Testergebnis ist 24 Stunden gültig und wird von anderen geöffneten Geschäften als Nachweis akzeptiert.
  • Der umgekehrte Fall gilt ebenfalls: Kunden, die einen gültigen Testnachweis von anderen Stellen (zum Beispiel: Selbsttest im Betrieb) vorgelegen, dürfen bedient werden.

 Corona-Verordnung des Landes-Baden-Württemberg (Fassung vom 3. Mai 2021)

Die Handwerkskammern hatten nach Inkrafttreten der letzten CoronaVO auf Nachbesserungen und Klarstellungen gedrängt, um Planungssicherheit für Betriebe zu schaffen. Die Ordnungsämter hatten die Vorgaben zuletzt unterschiedlich ausgelegt.


Lockdown und Lockerungen - was aktuell gilt

Bund und Länder haben sich am 3. März 2021 auf eine Verlängerung der Lockdowns bei gleichzeitiger Lockerung in einzelnen Bereichen abhängig von der aktuellen Sieben-Tage-Inzidenz verständigt.

Der Stufenplan sieht weitere Öffnungen ab einem Wert von 50 in einem Land- oder Stadtkreis vor. Steigt der Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100, werden die Lockerungen wieder zurückgenommen (sogenannte "Notbremse"). Mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen hat die Landesregierung nun ihre Corona-Verordnung aktualisiert. Die Regelungen traten zum 19. April 2021 in Kraft.

Am 21. April hat der Bundestag bundeseinheitliche Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen. Die sogenannte „Notbremse“ wird als Ergänzung des Infektionsschutzgesetzes umgesetzt und tritt am 24. April in Kraft.

Bundeseinheitliche Regelungen

 Notbremse ab 24. April 2021

Corona-Regeln des Landes

 Corona-Verordnung Baden-Württemberg

Corona-Regeln für Friseurbetriebe

Entscheidend ist die Entwicklung der Infektionszahlen im jeweiligen Landkreis. Liegt die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über dem Wert von 100, werden die Lockerungen zurückgenommen. Das bedeutet: Friseure dürfen ihre Leistungen nur eingeschränkt erbringen. Körpernahe Dienstleistungen, wie Bart schneiden, Rasur, sind untersagt.

Notbremse ab 19. April 2021

  • Friseurbetriebe bleiben mit einem eingeschränkten Leistungsangebot geöffnet.
  • Körpernahe Dienstleistungen, also die Rasur, Bartpflege, Pflege von Augenbrauen etc., dürfen nicht erbracht werden.
  • Terminvereinbarung ist zwingend vorgeschrieben. Laufkundschaft darf nach wie vor nicht bedient werden.
  • Für Kunden und Beschäftige gilt Maskenpflicht (medizinische Maske oder FFP2-/KN95-/N95-Maske).
  • Darüber hinaus benötigen Kundinnen und Kunden grundsätzllch den Nachweis eines tagesaktuellen negativen COVID-19-Schnelltests oder einer Impfdokumentation oder einer bestätigten Infektion, die nicht älter als sechs Monate sein darf.

Notbremse ab 24. April 2021

  • Friseurbetriebe bleiben bei einem uneingeschränkten Leistungsangebot geöffnet. Friseure und in der Handwerksrolle eingetragene Barbershops dürfen also auch gesichtsnahe Behandlungen, z.B. eine Bartrasur, durchführen. Wir empfehlen dennoch, diese Frage vorab mit dem jeweiligen Ordnungsamt zu klären.
  • Für Kunden und Beschäftige gilt – soweit die Art der Leistung es zulässt – Maskenpflicht (FFP2 oder vergleichbar).
  • Kundinnen und Kunden müssen einen tagesaktuellen negativen COVID-19-Schnelltest nachweisen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Alternativen sind der Nachweis einer vollständigen Impfung bzw. – sollten zwei Impfungen erforderlich sein – die Dokumentation der ersten Impfung in Kombination mit einem PCR-Nachweis (ärztliches Zeugnis) einer überstandenen Corona-Erkrankung oder der Nachweis einer überstandenen Corona-Erkrankung, die nicht länger als sechs Monate zurückliegen darf.

Änderung ab dem 3. Mai 2021: Selbsttest im Friseurbetrieb genügt

Die Vorgaben zu den Testungen wurden erleichtert: Statt eines negativen tagesaktuellen Schnelltests, der einen vorherigen Besuch im Testzentrum erforderlich macht, benötigen Kunden nur noch einen Selbsttest, der vor Ort im Salon durchgeführt werden kann. Die Corona-Verordnung des Landes lässt diesen Test durch einen Anbieter einer Dienstleistung im Rahmen der Inanspruchnahme durch die jeweiligen Kundinnen oder Kunden zu. Die Regelungen:

  • Für den Besuch beim Friseur genügt ein Selbsttest (= "für die Anwendung durch medizinische Laien zugelassener Test").
  • Dieser Test darf im Friseurbetrieb uner Einhaltung der Abstandsregeln und Hygienestandards erfolgen.
  • Durchführung und Auswertung werden durch einen geeigneten Dritten (geeigneten Beschäftigten) überwacht, der das Ergebnis bescheinigt.
  • Es ist keine spezielle Schulung erforderlich. De facto muss der Dritte (der Beschäftigte) nur die Bedienungsanleitung des jeweiligen Test beherrschen.
  • Die Bescheinigung über ein negatives Testergebnis ist 24 Stunden gültig und wird von anderen geöffneten Geschäften als Nachweis akzeptiert.
  • Der umgekehrte Fall gilt ebenfalls: Kunden, die einen gültigen Testnachweis von anderen Stellen (zum Beispiel: Selbsttest im Betrieb) vorgelegen, dürfen bedient werden.
  • Für Kunden und Beschäftige gilt – soweit die Art der Leistung es zulässt – Maskenpflicht (FFP2 oder vergleichbar).

Wann werden die Beschränkungen aufgehoben?

Die Notbremse tritt außer Kraft, wenn die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 liegt.

Selbsttests für Kunden im Betrieb

Das Sozialministerium BW hat hierzu ein Musterformular und Merkblätter für Betriebe herausgegeben (Stand: 3. Mai 2021).

 Nachweis eines Selbsttests - Muster

 Merkblatt "Positiver Test - was ist zu tun?"

 Infoblatt "Tests und Nachweise im Arbeitsumfeld/für Anbieter von Dienstleistungen"

 

 

Wer liefert Tests?

Hier finden Sie eine Liste von Produkten und Lieferanten.

 Corona-Tests im Betrieb

Corona-Regeln für Kosmetikerbetriebe

Entscheidend ist die Entwicklung der Infektionszahlen im jeweiligen Landkreis. Liegt die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über dem Wert von 100, werden die Lockerungen zurückgenommen. Das bedeutet: Kosmetikbetriebe dürfen in diesem Fall nicht geöffnet werden.

Notbremse ab dem 19. April 2021

  • Körpernahe Dienstleistungen sind nicht zulässig. Dazu zählen Kosmetik-, Nagel-, Massage-, Tattoo- und Piercingstudios sowie kosmetische Fußpflegeeinrichtungen und ähnliche Einrichtungen.
  • Dies gilt nicht für Physio- und Ergotherapie, Logopädie und Podologie sowie die medizinische Fußpflege. Medizinisch notwendige Behandlungen sind weiterhin erlaubt.

Notbremse ab 24. April 2021

Nach Auffassung der Handwerkskammer und mehrerer Ordnungsämter hebt die Bundes-Notbremse die bisherigen Einschränkungen in der Fußpflege auf. Damit dürfen Kosmetikbetriebe nicht nur medizinische, sondern auch kosmetische Fußpflege durchführen.

  • Welche Leistungen abschließend unter den Begriff „Fußpflege“ fallen, könnte von den Ordnungsbehörden unterschiedlich ausgelegt werden. Wir empfehlen daher, diese Frage vorab mit dem jeweiligen Ordnungsamt zu klären.
  • Terminvereinbarung ist zwingend vorgeschrieben.
  • Für Kunden und Beschäftige gilt Maskenpflicht (medizinische Maske oder FFP2-/KN95-/N95-Maske).
  • Kundinnen und Kunden müssen einen tagesaktuellen negativen COVID-19-Schnelltest nachweisen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Wann werden die Beschränkungen aufgehoben?

Die Notbremse tritt außer Kraft, wenn die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 liegt. Die Betriebe können dann am übernächsten Tag wieder öffnen.
 

Verbindliche Testangebote in Unternehmen

Das Bundeskabinett hat am 13. April eine Corona-Testpflicht in Unternehmen beschlossen. Um Infektionen frühzeitig zu erkennen und dadurch die Ausbreitung des Corona-Virus zu unterbinden, müssen Betriebe und Verwaltungen ihren Beschäftigten künftig ein verbindliches Testangebot machen. Grundsätzlich muss mindestens ein Test pro Woche angeboten werden. Besonders gefährdete Beschäftigte (häufige Kundenkontakte, körpernahe Dienstleistungen) müssen zweimal pro Woche ein Angebot erhalten. Eine Pflicht der Beschäftigten, sich testen zu lassen, ist nicht vorgesehen. Die Kosten sind – allen Einwänden der Wirtschaftsverbände zum Trotz – von den Arbeitgebern zu tragen.

Das Testangebot ist in der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung verbindlich geregelt. Die neue Fassung der Verordnung ist am 20. April in Kraft getreten und gilt bis zum 30. Juni 2021.

 Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Verbindliche Testangebote in Betrieben

Testangebot nachweisen

Der Arbeitgeber muss lediglich nachweisen, dass er die Tests beschafft hat und diesen Nachweis – in der Regel die Rechnung – vier Wochen lang aufbewahren. Dies gilt auch für den Fall, dass die Tests durch einen Dritten (Bsp.: eine Apotheke) durchgeführt werden. Weitere Dokumentationspflichten bestehen nicht.

Service für Betriebe

Auf einer Sonderseite informieren wir über die rechtlichen Vorgaben und die verschiedenen Testvarianten. Dort finden Sie auch ein Liste mit Produkten und Lieferanten.

 Corona-Tests im Betrieb

Neue Corona-Arbeitsschutzregeln

Das Bundeskabinett hat eine Verlängerung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung bis zum 30. Juni 2021 beschlossen. Neu aufgenommen wurde das verpflichtende Testangebot in Unternehmen.

Arbeitgeber sind verpflichtet, in ihren Betrieben allen Mitarbeitern, die nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten, regelmäßige Selbst- und Schnelltests anzubieten:

  • grundsätzlich mindestens 1-mal pro Woche
  • für besonders gefährdete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die tätigkeitsbedingt häufige Kundenkontakte haben oder körpernahe Dienstleistungen ausführen, mindestens 2-mal pro Woche.
  • Auch Beschäftigte, die vom Arbeitgeber in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden, müssen 2-mal pro Woche ein Testangebot erhalten.
  • Die Kosten für die Tests tragen die Arbeitgeber.

Die bisher schon geltenden Regelungen, beispielsweise zu Abstandsregeln, Maskenpflicht, Hygienekonzepten und auch zum Homeoffice, bleiben unverändert bestehen.

Betriebliche Maßnahmen - Arbeitsschutzstandards

Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung und die Unterweisung sind mit Blick auf die Risiken durch das Coronavirus zu ergänzen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Um die Risiken zu minimieren, sollten beispielsweise feste Arbeitsteams je Schicht gebildet werden, um wechselnden Kontakt innerhalb des Betriebs zu reduzieren.

Allgemeine Schutzmaßnahmen

Beschäftige und Kunden mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung dürfen den Friseursalon nicht betreten. Personen mit akuten Atemwegserkrankungen dürfen nicht bedient werden.

Terminvergabe und Information der Kunden

  • Termine dürfen nur auf elektronischem Weg oder per Telefon vereinbart werden.
  • Kunden dürfen nur alleine zum Termin kommen. Ausgenommen sind Personen, die auf eine Begleitperson angewiesen sind (z.B. Kinder).
  • Kundenwünsche sind bereits bei der Terminvergabe zu klären, um die Kommunikation im Salon auf ein Minimum zu reduzieren.
  • Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist obligatorisch. Kunden müssen eine solche bereits beim Betreten des Betriebs tragen.
  • Termine müssen so vergeben werden, dass es zu keinen Verdichtungen kommt und der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten wird.

Abstandsregeln, Kommunikation und weitere Vorsichtsmaßnahmen

  • Wo immer möglich ist ein Abstand von 1,5 Metern zwischen Personen einzuhalten. Dies gilt natürlich nicht für die Dauer der Friseurdienstleistung.
  • Körperkontakt (Händeschütteln, Umarmen) vermeiden.
  • Beschäftigten sind medizinische Mund-Nasen-Schutzmasken (sog. OP-Masken oder FFP2-Masken) zur Verfügung zu stellen.

Hygiene und Desinfektion

  • Wichtig sind eine ausreichende Lüftung der Betriebsräume, eine ausreichende Anzahl an Handwaschbecken in der Nähe des Arbeitsplatzes sowie die regelmäßige Reinigung der Friseurstühle und der Werkzeuge nach jeder Bedienung eines Kunden.
  • Arbeitsutensilien, wie beispielsweise Käme, Bürsten, Wickler etc., sollen kundenbezogen benutzt und dann gereinigt werden.

Zahlung

  • Um den direkten Kontakt zu vermeiden, wird bargeldloses Zahlen empfohlen, ebenso besondere Schutzvorrichtungen im Theken-/Kassenbereich.
Abstand, Hygiene, Masken, Lüften

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege

 Arbeitsschutzstandards für das Friseur-Handwerk vom 8. Februar 2021

Jeder Kundenkontakt muss dokumentiert werden

Generell müssen Kunden über die Sicherheitsmaßnahmen im Betrieb informiert werden. Dies betrifft vor allem einfache Verhaltensregeln, wie beispielsweise das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, Händehygiene und das Einhalten der Husten-Nies-Etikette.

Um etwaige Infektionsketten nachvollziehen zu können, sind die Kundenkontaktdaten sowie die Dauer des Aufenthalts zu dokumentieren. Diese Dokumentation ist verpflichtend vorgeschrieben. Mit anderen Worten: Kunden dürfen nur bedient werden, wenn sie die Dokumentation ausgefüllt haben.

Vorgaben, welche formalen Anforderungen an die Dokumentation zu erfüllen sind, enthalten die Branchenstandards der BGW nicht. Allerdings dürfte es nicht genügen, den Eintrag im Terminbuch einfach zu ergänzen. Wir empfehlen, jeden Kundenkontakt einzeln zu erfassen und separat zu dokumentieren. Die Rechtsabteilung der Handwerkskammer hat hierzu ein Muster erarbeitet.

Ansprechpartner

Krauß, Lisa

07121 2412-231

 

Laib, Diana

07121 2412-269

 

Nopper, Katharina

07121 2412-235

 

Schweizer, Richard

07121 2412-232