Alexander Fronmüller, Elektroniker für Informations- und Kommunikationstechnik


Foto: Horst Haas

Mit ruhiger Hand und kühlem Kopf

Das Studium entsprach nicht seinen Vorstellungen - daher hat sich Alexander Fronmüller umorientiert und eine Ausbildung zum Elektroniker für Informations- und Kommunikationstechnik begonnen.

„Hier bin ich am richtigen Platz!“, sagt Alexander Fronmüller voller Überzeugung. Hier – das ist sein Ausbildungsplatz im Reutlinger Unternehmen Teledat-Ruhmer, wo er seine Lehre zum Elektroniker für Informations- und Kommunikationstechnik macht.

Der 23-Jährige ist über Umwege zu seinem Ausbildungsberuf ge kommen. Nach der elften Klasse entschloss er sich, das Gymnasi um zu verlassen, und sich für den Naturschutz zu engagieren. In Radolfzell leistete er für ein Jahr Bundesfreiwilligendienst (BFD) beim dortigen Naturschutzbund. Sein Einsatz wurde als berufspraktischer Teil der Fachhochschulreife anerkannt.

Auf Umwegen zum Ziel gelangt

Mit dem Fachabitur in der Tasche schrieb sich Alexander an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg für den Studiengang Ressourcenmanagement Wasser ein. „Das war spannend“, bestätigt Alexander. Aber die Studieninhalte gingen dann doch in eine etwas andere Richtung, als er sich erhofft hatte. Mitten im zweiten Studienjahr brach er sein Studium ab und machte sich auf die Suche nach einer beruflichen Alternative. Und fand sie beim Besuch der Bildungsmesse Binea: Am Stand des Reutlinger Unternehmens Teledat-Ruhmer erfuhr er von der Ausbildung zum Gebäude- und Energieelektroniker. „Das fand ich so interessant, ich habe gleich am Stand meine Bewerbungsunterlagen eingereicht.“ Alexander wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen – und bekam einen Ausbildungsvertrag zum Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik. „Der Beruf hat eine noch technischere Ausrichtung als bei der Gebäudeelektronik. Und er hat viel mit Programmieren zu tun. Das liegt mir!“

Jeder Tag bringt neue Herausforderungen

Zu Beginn der Ausbildung ging es allerdings erst einmal um Grundkenntnisse wie Schlitze klopfen und Kabel verlegen. Aber schnell konnte er seine Kollegen mit zu den Kunden begleiten und mithelfen, Brandmelde- und Einbruchmeldeanlagen, Videoüberwachung oder Lichtrufanlagen zu installieren, zu verkabeln und zu programmieren. Jetzt, im dritten Lehrjahr, bekommt er immer mehr Verantwortung übertragen und kann schon selbständig Aufgaben übernehmen. Mit Unterstützung, falls nötig: „Gut, dass man nie alleine dasteht als Azubi, im Team ist immer jemand da, der helfen kann.“

"Ich habe den richtigen Beruf gefunden!"

Was ihn an seiner Ausbildung fasziniert, sind die vielen unterschiedlichen Tätigkeiten. Zum einen ist handwerkliches Geschick und Fingerspitzengefühl gefragt. Aber auch, einen klaren Kopf zu bewahren, um die unterschiedlichen Anlagen zu verstehen, die herstellerabhängigen Programme zu kennen, die Vorschriften bezüglich der Elektrosicherheit einzuhalten und diese auch dem Kunden zu vermitteln. „Fast jeder Tag bringt eine neue Herausforderung“, berichtet Alexander, „jeder Kunde hat andere Wünsche, man muss sich immer in verschiedene Anlagen reindenken, das richtige Programmierwissen haben und die Anschlüsse richtig verlegen. Oder auch mal einen Verdrahtungsfehler finden – und dabei für die Zukunft lernen“, beschreibt er seinen Arbeitsalltag und fasst sein Aufgabenfeld zusammen: „Ein Zusammenspiel von Kopf und Hand.“ Und wenn dann die Anlage funktioniert und der Kunde zufrieden ist, ist das für ihn einfach ein gutes Gefühl.

Erfolgsrezept: Den eigenen Weg gehen

Nächstes Jahr absolviert Alexander seine Gesellenprüfung. Nach seinem Abschluss möchte er gerne in seinem Ausbildungsbetrieb bleiben und Praxiserfahrung sammeln. Um dann später vielleicht den Meister zu machen. „Selbständigkeit schwebt mir eher nicht vor, aber Abteilungsleiter könnte ich mir vorstellen“, meint er, „aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg!“

Er freut sich, dass er bei seinen Zukunftsplänen familiäre Rückendeckung hat. Alexander stammt aus einer akademischen Familie. Seine Eltern fanden seinen Studienabbruch daher zuerst nicht so toll. „Aber jetzt, gegen Ende meiner Ausbildung, sind sie glücklich damit, dass ich meinen eigenen Weg gehe und das mache, was mir liegt und was mir Spaß macht.“

Text: Birgit Pflock-Rutten/Uhland2