Maria Stauch, Anlagenmechanikerin Sanitär, Heizung, Klima


Foto: Horst Haas

Glücklich im technischen Handwerksberuf

Schon als kleines Kind war sie eine begeisterte Schrauberin, sagt Maria Stauch über sich. Heute kann sie ihre Leidenschaft in ihrem Beruf ausleben. Sie ist Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Nur zum Spaß habe sie als kleines Mädchen ihren Trettraktor auseinander- und wieder zusammengeschraubt, erzählt Maria Stauch. Dass sie einen technisch orientierten Handwerksberuf wählte, lag also fast auf der Hand. Als ihr größerer Bruder ein Praktikum bei der Sanitär- und Heizungsfirma Groß in Münsingen-Trailfingen machte und es dort richtig gut fand, wollte sie das auch ausprobieren. Während der achten Klasse der Realschule absolvierte sie ebenfalls dort ein Praktikum – und es gefiel ihr tatsächlich.

"Letztlich kommt es immer auf die Leistung an, die man abliefert!“

„Das mach ich!“, entschied sie sich. Zunächst jobbte sie wäh- rend der Ferien bei der Firma Groß. Nach ihrem Realabschluss bewarb sie sich und bekam den Ausbildungsvertrag zur Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK). Vor rund zwei Monaten schloss sie ihre Gesellenprüfung erfolgreich ab und wurde von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen. Von Beginn an durfte sie ihre Kollegen zu den Einsätzen be- gleiten. So lernte sie auf den Baustellen ihren zukünftigen Beruf von der Pike auf kennen: Bei Neubauprojekten ebenso wie bei der Altbausanierung, im Heizungskeller wie auf dem Dach. Die schwerpunktmäßigen Aufgaben des Fachbetriebes reichen von der Installation von Heizungs- und Klimaanlagen über Blecharbeiten wie Dachrinnen oder Kaminverkleidungen bis hin zur Installation von Solaranlagen.

Kommunikativ und teamfähig

Maria ist als Frau hundertprozentig akzeptiert im Team. „Es ist eher die Kundschaft, die manchmal erstaunt ist, dass auch eine Frau mitkommt“, erzählt sie. „Aber es ist ein eher positives Erstaunen. Letztlich kommt es immer auf die Leistung an, die man abliefert!“ Kann sie den Ausbildungsberuf jungen Frauen empfehlen?

„Wenn die Begeisterung dafür vorhanden ist: ganz klar!“ Sie selbst hatte am Anfang schon die Befürchtung, dass die Kollegen sie nicht annehmen. „Eine völlig unbegründete Sorge, ich wurde von ersten Tag an akzeptiert.“ Aber sie ist immer noch eine Ausnahme – in der Berufsschule waren von den 28 Azubis nur zwei Frauen.

Das Arbeitsumfeld ist der aufgeschlossenen jungen Frau wichtig: Maria gefällt es, auf den Baustellen unter Leute zu kommen. Und im Team zu arbeiten. „Wir albern schon gerne rum – das mag ich!“ Jeder Tag ist anders: Mal viele kleine Kundendienstaufträge, mal Tageseinsätze und manchmal zwei Wochen am Stück auf einer Baustelle, oder bei einem Großprojekt eines Stammkunden, einem größerem Bad Uracher Industriebetrieb. „Es ist der abwechslungsreichste Beruf im Handwerk“, steht für Maria fest.

Begeisterung für ihren Beruf vermitteln

Im vergangenen Jahr wurde Maria durch Vermittlung der Handwerkskammer zur Ausbildungsbotschafterin geschult. Wegen Corona hatte sie bislang noch keinen Einsatz in einer Schule, aber sie hofft, dass sich das bald ändert. Sie will ihre Begeisterung für ihren Beruf weitergeben. „So viele Leute wissen nicht, was wir alles machen“. Auch so manch ein Gerücht über ihren Job möchte sie aus der Welt schaffen. Wie beispielsweise, dass man nur über der Kloschüssel hänge: „Das gehört auch dazu, aber es ist nur ein kleiner Aspekt, und da gewöhnt man sich dran.“ Und die Kunden seien sehr dankbar.

„Maschinen können den Beruf nicht ersetzen!“

Maria lebt gerne auf der Alb. In ihrer Freizeit engagiert sie sich beim CVJM Münsingen, sie geht gerne wandern und macht Klettersteige. Und sie freut sich, wenn sie durch die Straßen ihrer Umgebung läuft und weiß: „In diesem Haus habe ich auch schon geschafft!“

Für ihre Zukunftspläne lässt die 20-Jährige sich Zeit. „Ich will einfach mal arbeiten und Erfahrungen sammeln. Denn auch nach der Ausbildung hat man noch lange nicht ausgelernt“, ist sie überzeugt. „Später kann ich immer noch weitersehen.“ Die Berufsaussichten sind auf jeden Fall bestens. Denn die SHK-Branche spielt eine Schlüsselrolle in der Energiewende. Maria fügt einen weiteren Aspekt hinzu: „Maschinen können den Beruf nicht ersetzen!“

Text: Birgit Pflock-Rutten/Uhland2