Das Baugewerbe ist Konjunkturtreiber Nummer Eins. Foto: Katharina Täubl

04.10.2017

Handwerk weiter optimistisch

Das Handwerk in der Region blickt weiterhin optimistisch in die Zukunft. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage für das dritte Quartal der Handwerkskammer Reutlingen. Die Handwerkskonjunktur im Kammerbezirk konnte noch einmal deutlich zulegen. Harald Herrmann, Präsident der Handwerkskammer Reutlingen: „In den letzten zwölf Wochen zeigten sich 74,4 Prozent der Handwerker mit ihrer Geschäftslage zufrieden, nach 70,7 Prozent im vergangenem Jahr.“

78,9 Prozent der befragten Betriebe in den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und Zollernalb rechnen mit einer positiven Geschäftsentwicklung auch im kommenden Quartal. Für die kommenden Wochen rechnet das regionale Handwerk mit Auftragssteigerungen. 30,8 Prozent glauben, dass sich ihre Auftragsbücher stärker füllen werden (Vorjahr: 26,2 Prozent).

Das Geschäftsklima wird von den Betrieben mehrheitlich besser als noch vor einem Jahr bewertet. Sechs der sieben Handwerksgruppen verzeichneten eine Steigerung des Geschäftslageindex. Beim Ausbauhandwerk ging der Index leicht von plus 79,1 auf plus 75,9 zurück. An der Spitze der Steigerung steht das Bauhauptgewerbe dank eines Plus von 22,4 Zählern auf insgesamt 90,0 Punkten. Ebenso einen Sprung nach oben schaffte die Dienstleistungsbranche, deren Lageindex um 16,4 Zähler zulegte auf plus 58,1 Punkte. Die Zunahmen der anderen Branchen liegen im einstelligen Bereich.

Die gute Entwicklung führt zu einer stärkeren Nachfrage nach Arbeitskräften. Im dritten Quartal dieses Jahres haben 13,4 Prozent der Befragten neue Mitarbeiter eingestellt (Vorjahr: 12,6 Prozent). Weniger Personal hatten in den vergangenen drei Monaten 8,9 Prozent der Handwerksfirmen, vor einem Jahr waren es 7,7 Prozent.

Allerdings wird es immer schwieriger, den Fachkräftebedarf zu decken. 64,3 Prozent der Betriebe geben an, dass es ihnen trotz starker Bemühungen nicht gelingt, den Fachkräftebedarf zu decken.

„Wir erleben ein weiteres gutes Quartal in einer jahrelang positiven Entwicklung, doch der Fachkräftemangel bleibt die Achillesferse des Handwerks“, fasst Herrmann die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage zusammen.

Die 13.600 Handwerksbetriebe in den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und Zollernalb erwirtschaften einen Umsatz von 8,9 Milliarden Euro, beschäftigen 78.000 Mitarbeiter und bilden rund 5.100 junge Menschen aus.

 Konjunkturbericht 3/2017