Am Image arbeiten: Thomas Finkbeiner möchte das Bild von der Arbeit auf dem Bau korrigieren.

10.06.2011

Zeitgemäß bauen

„Hauptsache, er kann anpacken“ – dieses Bild von der Arbeit auf dem Bau stimme schon längst nicht mehr, meint Thomas Finkbeiner, Gründer und Chef der Finkbeiner Bauunternehmung in Baiersbronn.

Zurzeit entstehen zwei Wohnhäuser mit jeweils sechs Einheiten. Der Rohbau soll im Juli abgeschlossen werden. Acht Mitarbeiter, allesamt Fachkräfte, sind auf der Baustelle tätig. Hilfskräfte sucht man vergebens. Anders ginge es auch nicht, betont der 38-jährige Maurermeister, denn die Anforderungen seien stark gestiegen.

Am Beispiel der Tiefgarage zeigt er, was Maurer heute können müssen. Die Konstruktion ist anspruchsvoll: ein Halbrund als Zufahrt, in der Garage selbst laufen zwei Schrägen auf eine Ebene zu. Um das Bauwerk gegen Korrosion zu schützen, werden der Boden und der untere Teil der Wände in mehreren Lagen versiegelt. Die Auftragslage sei ordentlich.

Probleme sieht er beim Nachwuchs. „80 Prozent der Bewerbungen um eine Lehrstelle können gleich aussortiert werden.“ Eine Konsequenz: Im gesamten Landkreis Freudenstadt gebe es zurzeit sechs Maurerlehrlinge. „Das kann auf lange Sicht nicht funktionieren“, befürchtet Finkbeiner. Die Qualität der Schulabgänger ist die eine, das Image des Berufsstandes eine andere Sache. Finkbeiner will Überzeugungsarbeit an der Basis leisten. Seine Idee: Lehrer aller Schularten einladen, damit sie sich ein Bild vom Handwerk und den Karrierewegen machen können. Er selbst dürfte ein idealer Werbeträger sein. Er ist mit 23 Jahren sein eigener Chef geworden.

www.finkbeiner-bau.de