Netzwerk „Frauen im Handwerk“ ausgezeichnet

Das Projekt "Frau-Handwerk-Nachfolge" der bundesweiten gründerinnenagentur (bga) hat zum zweiten Mal im Rahmen eines Ideenwettbewerbs für Handwerksorganisationen Best-Practice-Beispiele für mehr Frauen und Chefinnen im Handwerk ermittelt. Das neue Netzwerk „Frauen im Handwerk“ der Handwerkskammer Reutlingen wurde in der Kategorie Umsetzungsreife Handlungsansätze ausgezeichnet. Die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesgleich-stellungsministerin, Mareike Wulf, überreichte bei einer Fachtagung in Berlin die Urkunde von Bundesministerin Karin Prien.

Foto: © Juliane Henke

„Viele Handwerksbetriebe suchen aktuell händeringend Fachkräfte und eine tragfähige Unternehmensnachfolge. Gleichzeitig wird im Durchschnitt nur etwa jeder vierte Handwerksbetrieb von einer Frau (mit-)geführt. Für mich ist das eine enorme Chance und ein Auftrag, das Potenzial von Frauen im Handwerk viel stärker zu nutzen“, erklärt Sylvia Weinhold, Geschäftsführerin der Unternehmensberatung in der Handwerkskammer und neben Susanne Hammann, Initiatorin und Organisatorin des neuen Netzwerks. „Die Auszeichnung, über die wir uns sehr freuen, ist ein starkes Signal dafür, wie wichtig mehr Frauen in Führung und Nachfolge im Handwerk sind. Und genau hier setzt unser Netzwerk an.“

Im Handwerk sind die Herausforderungen groß: Fachkräftemangel, Transformation, Digitalisierung und die Frage der Unternehmensnachfolge. Frauen stehen dabei häufig vor zusätzlichen Hürden – etwa, wie sie sich in einem traditionell männlich geprägten Umfeld behaupten, Betrieb, Karriere, Familie und persönliche Ziele miteinander vereinbaren oder passende Vorbilder, Mentorinnen und ein tragfähiges Netzwerk finden. „Wir bieten mit unserem Netzwerk Austausch auf Augenhöhe zwischen Frauen, die ähnliche Wege gehen – von der Betriebsinhaberin über die Meisterin und Führungskraft bis zur mitarbeitenden Ehefrau oder Gesellin. Unser Ziel ist es, die eigene Rolle als Unternehmerin, Fachkraft oder Nachwuchstalent zu stärken, Orientierung und praxisnahes Wissen zu Themen wie Selbstständigkeit, Betriebsübernahme, Führung, Personal und Digitalisierung zu vermitteln und Frauen im Handwerk durch Best-Practice-Beispiele und Erfolgsgeschichten sichtbar zu machen“, so Susanne Hammann, Leiterin des Bereichs Berufsausbildung, Prüfungs- und Sachverständigenwesen. Mitmachen können alle Frauen, die im Handwerk Verantwortung tragen oder übernehmen möchten – von der Gesellin und Meisterschülerin über Fach- und Führungskräfte bis hin zu Gründerinnen und Nachfolgerinnen.

Mit speziell ausgerichteten Veranstaltungen in der Region, bietet die Handwerkskammer passgenaue Formate „von Frau zu Frau“. Die Themen werden laufend an den Bedarf der Teilnehmerinnen ausgerichtet – ihre Wünsche und Ideen fließen direkt in die Planung ein.

Mehr Informationen gibt es unter www.hwk-reutlingen.de/netzwerke/frauen-im-handwerk/

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